Denn das Siegel aus einen stilisierten Blatt mit zwölf Sternen auf grünem Grund konnte nur ein Viertel der befragten Verbraucher richtig einordnen. Neben weiteren Informationskampagnen empfiehlt Dr. Jürn Sanders, der die Evaluation geleitet hat, zusätzliche Hinweise mit den Begriffen "Öko" oder "ökologische Landwirtschaft" in der Nähe des Siegels anzubringen.

Das Thünen-Insitut für Betriebwirtschaft in Braunschweig zieht in der Summe ein recht positives Fazit aus der Evaluation: „Die Prinzipien des Ökologischen Landbaus sind in der EU-Verordnung grundsätzlich gut verankert, ein fairer Wettbewerb und ein reibungsloser Binnenhandel werden sichergestellt. Probleme gibt es jedoch unter anderem bei der Umsetzung der Verordnung in nationales Recht.“ So führen nationale Interpretationen von unklar definierten begriffen zu einem uneinheitlichen Markt. Beispielsweise müsse die Bezeichnung „regional“ konkreter gefasst werden, rät Sanders.

Nach dem Willen der EU-Kommission soll die EU-Ökoverordnung, die für die gesamte Europäische Union einheitliche Kriterien und Mindeststandards für den Ökologischen Landbaus festlegt, in den nächsten Jahren überarbeitet werden. Mit der Revision sollen Schwachstellen behoben und das Regelwerk an veränderte Marktbedingungen angepasst werden. Einen Legislativ-Vorschlag will die Kommission im März vorlegen.

Kritik übt das Thünen-Institut an bestehenden Ausnahmeregelungen der Ökoverordnung für den Bezug von konventionellen Betriebsmitteln wie Saatgut, Futtermittel oder Jungtiere. Zu weitgehende Genehmigungen haben dazu geführt, dass die Produktion von Öko-Betriebsmitteln nicht im gewünschten Maß zugelegt hat.

Das Kontrollsystem des Öko-Sektors könne verbessert werden, indem die Kontrolldichte sich stärker am Risiko orientiert, empfehlen die Wissenschaftler. In einigen Mitgliedstaaten bemängeln sie auch Defizite bei der Überwachung der Öko-Kontrollstellen.

Zusätzlich in die Öko-Verordnung möchte das Thünen-Institut weitere Bereiche aufnehmen, die bislang nicht geregelt sind. Dazu zählen Wassernutzung, Energieverbrauch oder die Bewirtschaftung von Naturschutzflächen. (brs)
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