SuedLink-Planungen

Thüringen fordert Trasse durch Hessen

Seit Jahren wird über die Stromtrasse SuedLink, die Energie von Nord- nach Süddeutschland transportieren soll, gestritten. In den kommenden Wochen können sich die betroffenen Kommunen, Landkreise, Organisationen und Privatpersonen in das Verfahren einmischen. Die Bundesnetzagentur lädt zu regionalen Antragskonferenzen ein, bei denen über einzelne Abschnitte der Trasse diskutiert wird. In dieser Woche fand die erste Konferenz in Ilmenau (Thüringen) statt, wo über die Abschnitte Gerstungen-Arnstein und Gerstungen-Grafenrheinfeld auf der Tagesordnung standen.

Weitere Antragskonferenzen
Insgesamt werden elf Antragskonferenzen für die einzelnen Abschnitte des SuedLink durchgeführt. Folgende weitere Veranstaltungen sind geplant:
• 15. und 16. Mai 2017 in Bad Kissingen
• 23. Mai 2017 in Fulda
• 30. und 31. Mai 2017 in Gotha
• 7. Juni 2017 in Osterode am Harz
• 8. Juni 2017 in Bad Hersfeld
• 13. und 14. Juni 2017 in Hannover
• 20. Juni 2017 in Verden
• 27. Juni 2017 in Hamburg
• 4. und 5. Juli 2017 in Würzburg
• 11. und 12. Juli 2017 in Heilbronn
„Mit der Antragskonferenz beginnt auch für den SuedLink die umfassende förmliche Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Damit haben alle potenziell Betroffenen die Möglichkeit, Hinweise für das weitere Verfahren zu geben.“ Die Ergebnisse der Antragskonferenzen für SuedLink sollen dabei helfen, die Auswirkungen für Mensch und Umwelt möglichst gering zu halten. Hohmann zu Folge liegen die Planungen für SuedLink gut im Zeitplan.

Thüringen sieht sich benachteiligt

Durcheinandergeraten könnte dieser Zeitplan, wenn sich die Landesregierung Thüringens mit ihrer Forderung durchsetzt, teile der Trasse komplett neu zu planen. Beim Treffen in Ilmenau hat der Freistaat einen alternativen Verlauf ins Spiel gebracht, der sehr viel weiter westlich durch Hessen führt. In Thüringen ist man verärgert darüber, dass die Trasse einen Bogen durch das Bundesland macht, obwohl der Weg durch Hessen kürzer wäre.

Gebot der Gradlinigkeit missachtet

„Die vorliegenden Planungen der Bundesnetzagentur widersprechen dem von der Bundesregierung selbst eingeführten Gebot der Geradlinigkeit“, sagt Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller. „Das Gebot der Gradlinigkeit bedeutet eine Orientierung an den Luftlinien zwischen den Anfangspunkten Wilster und Brunsbüttel (in der Nähe von Hamburg) und den Endpunkten in Großgartach bei Heilbronn (Baden-Württemberg) und Grafenrheinfeld (Bayern). Demnach dürfte das Erdkabel gar nicht durch Thüringen verlaufen, findet die Politikerin der Linken, die sich über „übermäßige Fokussierung auf Thüringen“ ärgert. (SB)
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