Thüringen wird voraussichtlich im Jahr 2018 erneut an den Planungen zur Erdkabeltrasse beteiligt. Das soll dann im Hauptverfahren der Bundesfachplanung, also zu den Ergebnissen der Raum- und Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden. Die Bundesfachplanung wird mit einer Entscheidung der Bundesnetzagentur über den Verlauf eines 500 bis 1.000 m breiten raumverträglichen Trassenkorridors abgeschlossen. Innerhalb dieses Korridors wird die tatsächliche Trasse gesucht.

Die Landesregierung in Thüringen will den Bau einer Strommtrasse durch das Land verhindern. Beraten wird über ein Gesetz, das den ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen unter besonderen Schutz stellt und das Verlegen neuer Leitungen verhindert, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Verboten werden soll dort unter anderem der Bau von Straßen, Wegen und Schienenwegen sowie „ober- und unterirdische Leitungen aller Art zu errichten und zu verlegen“. Während das Gesetz zwei Paragraphen später den Bau von Bundes- und Landesstraßen sowie von Schienenwegen als Ausnahme zulässt, fehlt eine solche Formulierung für den Leitungsbau.

Das Vorhaben stößt bei der Bundesregierung auf scharfen Protest. Sie sei über den Plan „verwundert“, schreibt Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) an Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). „Der Gesetzentwurf läuft auf ein Verbot der Errichtung und Verlegung ober- und unterirdischer Stromleitungen hinaus“, heißt es in dem der F.A.Z. bekannt gewordenen Brief. 

Am heutigen Dienstag findet in Gera die Antragskonferenz für den Abschnitt B, von dem Thüringen vorrangig betroffen ist, statt. Der SuedOstLink soll die Netzverknüpfungspunkte Wolmirstedt bei Magdeburg und Isar bei Landshut verbinden. Die Übertragungsnetzbetreiber, die 50Hertrz Transmission GmbH und die TenneT TSO GmbH, haben das Bundesfachplanungsverfahren für die Erdkabelübertragungsleitung SuedOstLink mit den Antragskonferenzen formell eingeleitet. Verfahrensführende Behörde ist die Bundesnetzagentur.

Thüringen hat eigene Pläne zur Stromtrasse vorgelegt. Dabei solle die Leitung nur über Hessen geführt werden. Die zweite Stromtrasse, Suedostlink, von Sachsen-Anhalt nach Bayern soll Osthüringen streifen. (da)
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