Ethik-Kodex

Tierärzte einigen sich auf Verhaltensregeln

Die Tierärzte in Deutschland haben sich auf ethische Verhaltensregeln geeinigt. Sie sollen Tierärzten dabei helfen, sich in Konfliktsituationen zu orientieren. Denn wenn praktizierende Tierärzte Mängel beim Tierschutz in der Nutztierhaltung erkennen, stehen sie oftmals vor einem Dilemma: Sie wollen einerseits keinen Kunden verlieren und andererseits aber ihrer Verantwortung gegenüber dem Nutztier gerecht werden. Im Kodex bekennen sich die Tierärzte dazu, Tierhalter aufzufordern, die Mängel zu beseitigen oder die Betreuung zu verbessern und notfalls mit den zuständigen Behörden zusammen zu arbeiten, so Prof. Thomas Blaha, Vorsitzender der tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). Er ist Mitglied in der verbandsübergreifenden Arbeitsgruppe (AG), die den Vorschlag für den Ethik-Kodex, erarbeitete.

Bevor der Ethik-Kodex verabschiedet werden konnte, wurde kontrovers diskutiert. Tierärzte waren unterschiedlicher Meinungen, was sie zu leisten haben und was Tierschutz für sie bedeutet. Eine Gruppe stellte sogar in Frage, ob Fleisch überhaupt produziert werden soll. Andere sehen sich hingegen mehr als Dienstleister von Nutztierhaltern.

Neben Blaha sind sechs weitere Mitglieder in der AG, darunter Vertreter der Bundestierärztekammer (BTK), vom Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), sowie vom Bundesverband der praktizierenden Tierärzte (bpt). Die AG hatte zuvor unter dem Dach der BTK einen Vorschlag erarbeitet, in den über drei öffentliche Kommentierungsrunden auch viele Anregungen der Tierärzteschaft eingeflossen sind. Zusätzliche Erläuterungen zum Ethik-Kodex stehen zurzeit zur Debatte. Die vorläufige Version können Tierärzte bis Ende Februar 2016 auf der Homepage der BTK kommentieren. (has)
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