Antibiotika-Monitoring

Tierärzte fordern weitere Überwachung


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute erstmals die die bundesweiten Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit für Rinder, Schweine, Hühner und Puten veröffentlicht. Die Daten sind im Bundesanzeiger zu finden.
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Anhand dieser Kennzahlen können sich Tierhaltungsbetriebe nun orientieren. Tierhalter können ihren betriebsindividuellen Antibiotikaeinsatz bewerten anhand der eigenen Kennzahl, die ihm von der Überwachungsbehörde mitgeteilt wurde. Maßnahmen zur Reduzierung ihres Antibiotikaeinsatzes müssen jene Betriebe ergreifen, deren betriebsindividuelle Kennzahl den Vergleichswert überschreitet, unter dem 75 Prozent aller erfassten, halbjährlichen betrieblichen Therapiehäufigkeiten liegen (Kennzahl2).

Mit diesen Daten aus dem staatlichen Antibiotika-Monitoring wird erstmals übersichtlich dargestellt, wie häufig Masttiere mit welchem Arzneimittel behandelt werden, stellt der Bundesverband praktizierender Tierärzte (BPT) fest. Damit die Reduktionsstrategie auch gelingt, fordern die Tierärzte, dass die Minimierungskonzepte von den Überwachungsbehörden fachlich geprüft und Kontrollen in den landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt werden, betont Dr. Hans-Joachim Götz, Präsident des BPT.

Ebenso müssten weitere Verbesserungen des Arzneimittelgesetzes vorgenommen werden, sobald Defizite erkennbar sind. Ansonsten liefe der erhebliche Aufwand, den Landwirte, Tierärzte und Behörden nun betreiben, ins Leere. Die Tierhalter könnten anhand der bundesweit ermittelten Kennzahlen vergleichen, wie ihre individuelle Situation zu beurteilen ist. Die Behörden ihrerseits erfahren, welche landwirtschaftlichen Betriebe im Berichtszeitraum überdurchschnittlich häufig Antibiotika verwendet haben.

Als „wichtigen Schritt zu verbessertem Verbrauchervertrauen zur landwirtschaftlichen Nutztierhaltung“ bezeichnet Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) die heute Veröffentlichung von Kennzahlen zu Antibiotikagaben auf deutschen Betrieben. Wenn Tiere krank seien, müssten sie auch behandelt werden, stellte der Minister klar. Insgesamt seien die Antibiotikagaben in der Masttierhaltung aber zu hoch: „Hier müssen wir gegensteuern“, so Schmidt weiter. (has/pio)
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