Reserveantibiotika

Tierhalter fordern Ausnahmen


Der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Interessenvereinigung der Schweinehalter Deutschlands – ISN äußern sich besorgt zu einem generellen Verbot von Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung. Einig sind sich die Organisationen darin, dass die Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung reduziert werden muss. „Der Einsatz von Reserveantibiotika muss in der Veterinär- wie in der Humanmedizin weiter möglich bleiben, aber eine Einzelfallentscheidung sein“, betonte Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Deshalb unterstütze der DBV den Ansatz, die Verwendung von bestimmten Reserveantibiotika an besondere Voraussetzunge zu knüpfen. Nach sorgfältiger Abwägung und in Ausnahmefällen, bei denen keine andere therapeutische Behandlung möglich ist, müsse jedoch die Behandlung von erkrankten Tieren mit Reserveantibiotika weiterhin möglich sein, um tierschutzwidrige Situationen zu vermeiden.

ISN kritisiert Meyer

Es gebe keinen Zweifel an der Notwendigkeit, den Einsatz von Antibiotika zu verringern, um deren Wirksamkeit zu erhalten und Resistenzen vorzubeugen, stellt auch die ISN fest. Human- und Tiermedizin hätten dabei gleichermaßen Hausaufgaben zu erledigen. Wer glaube, Haltungs- oder Managementfehler in der Tierhaltung durch Medikamente „beheben“ zu können, handele verantwortungslos, betont die Organisation der Schweinehalter. Ein generelles Verbot von Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung sei dennoch nicht sinnvoll. Scharf kritisiert wird Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer der nach Ansicht der ISN das Verbot von Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung bereits als beschlossene Sache verkünde. Dies entspreche nicht dem Beschluss der Agrarministerkonferenz, denn darin werde der Bund gebeten, eine Liste zu erstellen, welche Antibiotika künftig nicht mehr oder nur noch in klar definierten Ausnahmefällen durch Tierärzte verabreicht werden dürfen. (SB)
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