Wolfsmanagement

Tierhalter fordern Neustart in Niedersachsen

Eine Allianz verschiedener Verbände hat daher zu Beginn der heutigen Sitzung des Arbeitskreises (AK) Wolf im niedersächsischen Umweltministerium beantragt, die Diskussion über den Umgang mit dem Wolf auf einen Termin nach dem 15. Oktober unter einer neuen Landesregierung zu vertagen. Der Antrag wird gemeinsam gestellt von den Vertretern der Schaf- und Ziegenhalterverbände, dem Landesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung, dem Rinderhalterverband, dem Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden Niedersachsen (ZJEN) und dem Landvolk Niedersachsen.

Die in den Verbänden zusammengeschlossenen Tierhalter fühlen sich von den mehr als drei Jahre andauernden, leider ohne vorzeigbares Ergebnis geführten Diskussionen im AK Wolf des Umweltministeriums zermürbt, hingehalten und auch missbraucht, heißt es in einer Mitteilung. Tragfähige Lösungen, denen auch die Weidetierhalter zustimmen könnten, habe die Naturschutzverwaltung bislang nicht präsentiert, so die Begründung.

Die Tierhalter verweisen auf einen innerhalb der Landesregierung bemerkbaren Dissens über den zukünftigen Umgang mit der Rückkehr des Wolfs, die weitere Entwicklung der Wolfspopulation sowie die tendenziell zunehmenden Übergriffe auf Weidetiere. Demnach spreche der amtierende Ministerpräsident Stephan Weil in der Öffentlichkeit davon, den Wolf in Niedersachsen auf ein vernünftiges Maß begrenzen zu wollen. Im Gegensatz dazu ziehe sich Umweltminister Stefan Wenzel bei diesem Punkt auf unüberwindbare gesetzliche Verpflichtungen zurück.

Bereits in der letzten Landtagssitzung hatten die Verbände die Eingrenzung der Wolfspopulation in Niedersachsen gefordert. Vor diesem Hintergrund seien die genannten Mitglieder des AK Wolf nicht bereit, sich bis zu den Neuwahlen an einer weiteren Diskussion über ein zukünftiges Wolfsmanagement zu beteiligen. (mrs)
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