Wolfmanagement

Tierhalter organisieren Widerstand

Die im Landvolk Niedersachsen zusammengeschlossenen Tierhalter wollen sich in einem „Aktionsbündnis“ formieren und fordern ein aktives Wolfsmanagement. Dazu setzen die Halter von Schafen, Mutterkühen und Fleischrindern, Pferden und landwirtschaftlichen Wildtieren auch auf die Unterstützung der Bevölkerung im ländlichen Raum, teilt das Landvolk mit.

„Die betroffenen Tierhalter fühlen sich mit den negativen Folgen einer weiteren Ausbreitung des Wolfes weitgehend allein gelassen“, schildert Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers die Stimmung auf einem Meinungsaustausch, zu dem das Landvolk die betroffenen Tierhalter nach Verden eingeladen hatte. Die Weidetierhalter fordern mit Blick auf die Ausbreitung des Raubtieres ein aktives Wolfsmanagement. Dem Niedersächsischen Umweltministerium werfen sie vor, eine „unkritische Willkommenskultur“ zu pflegen.

Ehlers verweist auf andere europäische Länder wie die Schweiz, aber auch Österreich, Schweden oder Finnland. Dort ist der Abschuss einzelner Tiere möglich, wenn diese wiederholt Nutztiere gerissen haben. Die vom Niedersächsischen Umweltminister als Abwehrmaßnahme propagierten Zäune könnten in einzelnen Regionen durchaus eine Möglichkeit zum Schutz der Weidetiere sein. Doch absolute Sicherheit böten auch diese Zäune nach den bisherigen Erfahrungen nicht, betonen die Tierhalter.

Die vom Land angebotenen Ausgleichszahlungen für nachweisliche Wolfsrisse werden als weiter zu bürokratisch und langwierig kritisiert. „Hier muss das Land deutlich schneller, pragmatischer und im Zweifel stets für den Tierhalter entscheiden und auch Folgeschäden mit einbeziehen“, fordert Ehlers. Er sieht die Geduld der Tierhalter angesichts schleppender Bewilligungen deutlich überstrapaziert. Daher fordern sie nun auch ein Vergrämen oder gar den Abschuss einzelner Tiere, wenn diese wiederholt Nutztiere gerissen haben.

Die Verbände der Tierhalter sowie die Landvolkkreisverbände in den vom Wolf betroffenen Regionen wollen auch bei der dörflichen Bevölkerung weiter um Unterstützung werben. Dazu sollen ganz gezielt die gewählten Repräsentanten wie Landräte oder Bürgermeister angesprochen werden. Aber auch in den Dörfern wollen die Tierhalter ihre Sorgen schildern und treffen dort bereits jetzt in vielen Orten auf große Zustimmung, so das Landvolk. (SB)
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