Haltungsverbot

Tierquälerei auf dem Ertl-Hof


Für das Amtsgericht Landsberg/Lech stand nach drei Verhandlungstagen und etlichen Zeugenaussagen jedoch fest, dass die Inhaberin und ihr Sohn, der Betriebsleiter einer Milchvieh- und Mutterkuhhaltung im oberbayerischen Rott, ihre Tiere unzureichend gefüttert und versorgt hatten. In der Anklageschrift war die Rede von mindestens 15 Fällen, in denen Kühe „erhebliche Schmerzen und Leiden" auszuhalten gehabt hätten. Sieben Tiere verendeten. Sie waren stark abgemagert und lagen in einem völlig verdreckten Stall mit unzureichenden Liegeflächen.

Die Angeklagten boten mehrere Erklärungen für den schlechten Zustand ihrer Tiere an: Kolibakterien beziehungsweise Chlor im gemeindlichen Trinkwasser, Nebenwirkungen der Blauzungen-Impfung, aber auch Schäden durch Ohrmarken. Auch warfen sie Tierärzten und Behörden Versäumnisse vor. Diese Argumente konnten das Gericht aber nicht überzeugen. Es verhängte wegen Tierquälerei Geldstrafen von zusammen 8.100 €. Außerdem dürfen die beiden Beklagten zwei Jahre lang keine Tiere halten oder betreuen. Gegen das Urteil wollen die Beklagten eventuell Berufung einlegen. (Aktenzeichen 2CS 601 JS 117 286/14) (HH)
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