„Ein Bundesminister, der selbst sagt, dass das Kükentöten gegen den Grundsatz des Tierschutzgesetzes verstößt, kann eigentlich nur ein Verbot aussprechen“, sagte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hatte gestern verstärkte Anstrengungen in der Forschung angekündigt. Das Schreddern männlicher Eintagsküken könnte bis 2017 der Vergangenheit angehören, so das Ziel der Forschungsgruppe.

„Wer jetzt aber glaubt, mit der technischen Lösung seien die Probleme der Legehennenhaltung beendet, der versucht nur, der Systemfrage auszuweichen“, kommentierte Tierschützer Schröder die Aussage aus dem Ministerium. Die aktuellen Zuchtlinien brächten zwar Legehöchstleistungen, die Tiere seien aber am Ende ihrer extrem verkürzten Lebenszeit vielfach völlig ausgemergelt. Deshalb fordert der Tierschutzbund andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme. Eine Möglichkeit sei die Rückkehr zu Zweinutzungshühnern. Diese eignen sich sowohl für die Eierproduktion als auch für die Fleischgewinnung. Sie seien robuster, legten aber weniger Eier. (az)
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