Kompetenzkreis Tierwohl

Tierwohlförderung besser verzahnen


Die Experten empfehlen dem Minister eine nationale Nutztierstrategie zu erarbeiten, die den den Rahmen der künftigen Nutztierhaltung unter agrarpolitischen, gesellschaftspolitischen, umwelt- und tierverträglichen Aspekten beschreibt und für Landwirte und Gesellschaft mehr Planungssicherheit und Transparenz schafft. Gefordert wird, die verschiedenen Maßnahmen von Bund, Ländern und Wirtschaft zu einem „stimmiges Regel- und Förderwerk“ zu verzahnen. Geklärt werden müsse, wie die „erheblichen Finanzbeträge“ mobilisiert werden können, die für die Schaffung einer gesellschaftlich besser akzeptierten Nutztierhaltung erforderlich sind.

Kompetenzkreis Tierwohl
Der 2014 gegründete Beraterkreis besteht aus 16 ausgewählten Persönlichkeiten, die in der Vergangenheit bereits wichtige Beiträge im Bereich des Tierschutzes in der Nutztierhaltung geleistet haben. Vorsitzender ist der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann.
Der Kompetenzkreis schlägt ein Bund-Länder-Programm Tierschutz vor, das in erster Linie über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) finanziert werden sollte. Gefördert werden sollen nur noch Ställe, die eine besonders tiergerechte Haltung und damit eine vollständigere Ausübung arteigenen Verhaltens ermöglichten. Die Betriebsgröße dürfe dagegen kein Kriterium sein.

„Die Qualifikation von Tierhaltern ist ein Schlüsselfaktor für das Tierwohl in den Ställen“, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bei der Übergabe. Er unterstütze daher die Empfehlung des Kompetenzkreises, die Sachkunde von Tierhaltern durch Aus-, Fort- und Weiterbildung zu verbessern. Tierwohl sei keine Frage der Betriebsgröße, sondern vor allem eine Frage des Haltungsmanagements, betonte Schmidt. (SB)
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