Clemens Tönnies (60) und Neffe Robert Tönnies (38) haben sich gemeinsam mit Maximilian Tönnies (26), dem Sohn von Clemens Tönnies, auf eine Neuordnung der Tönnies-Gruppe und der Zur Mühlen Gruppe geeinigt. Mit der Neuordnung und der Einigung auf eine zukunftsorientierte Corporate Governance werden alle gerichtlichen und sonstigen Auseinandersetzungen endgültig beigelegt, heißt es heute in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Damit wird der seit Jahren schwelende Familienstreit in Deutschlands größtem Fleischbetrieb ad Acta gelegt.


Onkel und Neffe gleichberechtigt

Die Einigung innerhalb der Schlachter-Familie sieht vor, dass unter dem Dach einer künftigen "Tönnies Holding" die beiden Unternehmensgruppen fortgeführt werden. Onkel und Neffe - Clemens und Robert - sollen an der Holding gleichberechtigt beteiligt sein. "Sollen", weil das ganze noch der Absegnung durch das Kartellamt bedarf.

Die Holding ist als Familienholding vorgesehen - von Clemens und Robert gemeinsam mit einem Beirat geleitet. Dem neuen Beirat sollen neben Clemens und Robert Tönnies weitere Unternehmerpersönlichkeiten angehören. Sie werden "in zentralen Fragen beraten und möglicherweise entstehende Pattsituationen auflösen", so die Pressemitteilung.  An der Spitze des Unternehmens soll die aus vier Mitgliedern bestehende Geschäftsführung der "Tönnies Holding" stehen - zu gleichen Teilen von den Gesellschaftern der beiden Familienstämme bestellt.

Generationswechsel mitgedacht

Clemens Tönnies will außerdem seinen Sohn Maximilian Tönnies an der Holding beteiligen, um den Generationswechsel einzuleiten. Unter dem Dach der künftigen Tönnies Holding sollen alle bisherigen Aktivitäten der Tönnies Gruppe und der Zur Mühlen Gruppe fortgeführt und weiterentwickelt werden. 


Seit mehr als fünf Jahren hatten sich Clemens und Robert Tönnies vor Gerichten gestritten. Es ging - wie so oft - um Macht. Macht über Deutschlands größten Fleischbetrieb: 6,35 Mrd. € Umsatz mit Schweinen und Rindern hat er 2016 eingefahren. (got/kbo)













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