Lebensmittelrecht

Tofu-Wurst bleibt Tofu-Wurst

Die Deutsche Lebensmittelbuchkommission (DLMBK) wird herkömmliche Fleischbezeichnungen für Veggie-Produkte nicht verbieten. Das Expertengremium lehnte damit einen Antrag ab, der vom Bauernverband und Fleischer-Verband gestellt worden war, berichtet die Lebensmittelzeitung. Beide Verbände wollten erreichen, dass Verkehrsbezeichnungen, die für traditionelle Fleischerzeugnisse üblich sind und in Leitsätzen der Kommission definiert werden, generell nicht für vegetarische und vegane Produkte verwendet werden dürften.

Nach LZ-Informationen hat sich der zuständige Fachausschuss der DLMBK Ende Juni auf einen Leitsatzentwurf für vegetarische und vegane Produkte geeinigt. Ein Verbot herkömmlicher Fleischbezeichnungen für Veggie-Produkte sei darin nicht vorgesehen, denn dafür gebe es keine Rechtsgrundlage. Der Europäische Gerichtshof hatte kürzlich entschieden, dass rein pflanzliche Produkte nicht als „Milch“, „Joghurt“ oder „Käse“ bezeichnet werden dürfen. Für Fleischzeugnisse gelte ein derartiger Bezeichnungsschutz jedoch nicht, stellte das Gericht explizit klar.

Die Entscheidung der Kommission ist auch eine Niederlage für Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, der den Antrag unterstützt hatte. Ende vergangenen Jahres hatte sich Schmidt in der Bild-Zeitung für ein Verbot von „veganer Currywurst“ ausgesprochen, die „komplett irreführend“ sei und Verbraucher verunsichere. (SB)
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