Milchgipfel

Treffen der Milchbranche noch im Mai


Molkereien und Branchenverbände haben in den vergangenen Tagen Post aus dem BMEL bekommen. Dabei handelt es sich um eine Voreinladung für das Strukturgespräch zur Milch. Dafür vorgesehen ist Mittwochnachmittag, der 25. Mai 2016. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hat dazu Vertreter der privaten und genossenschaftlichen Molkereien eingeladen sowie Landwirtschaftsverbände und die Länderagrarminister. Thema ist die Verbesserung der Lage auf dem Milchmarkt. Zuletzt hatte ein Strukturgespräch zum Milchmarkt am 16. März in Berlin stattgefunden.

Ministerium lädt auch LEH ein

Schmidt hatte zudem in der Bild am Sonntag (BamS) angekündigt, dass er noch im Mai einen Milchgipfel einberufen werde. Hierzu wolle er alle Beteiligten am Milchmarkt, auch den Lebensmitteleinzelhandel (LEH), einladen. Der Gipfel solle ebenfalls am 25. Mai stattfinden, erfuhr agrarzeitung.de aus Branchenkreisen. Auf Anfrage von wollte ein BMEL-Sprecher den 25. Mai als Termin für den Milchgipfel noch nicht bestätigten. Sobald ein Termin feststehe, werde das BMEL darüber informieren, so der Sprecher weiter. Dieser soll nun am 30. Mai stattfinden. 

Im April hatte die Agrarministerkonferenz (AMK) beschlossen, dass sich die Marktbeteiligten auf dem Milchmarkt auf eine freiwillige Mengenreduzierung einigen sollten. Kommt es bis zum Sommer nicht zu einem spürbaren Rückgang der Milchmenge in Deutschland, werden die Agrarminister zum letzten Mittel greifen. Dann wird Bundesagrarminister Schmidt in Brüssel eine zeitlich befristete, entschädigungslose und obligatorische Mengenreduzierung auf dem europäischen Milchmarkt beantragen. Diese Option wollte er jetzt schon prüfen. Damit seien auch Sanktionen verbunden, kündigte Till Backhaus, Agrarminister in Mecklenburg-Vorpommern  an.

Schmerzhafter Strukturwandel wahrscheinlich

Auch nach dem AMK-Beschluss einer freiwilligen Mengenreduzierung von Milch sieht es derzeit nicht danach aus, dass dieser Beschluss auch in die Tat umgesetzt wird. Vielmehr hat der LEH vor gut einer Woche den Preis für den Liter Vollmilch auf 46 Cent gesenkt. Die Milchpreise rutschen derzeit für Erzeuger auf unter 20 Cent/Liter.

Eine Ende der Milchkrise ist nicht in Sicht. Mögliche Lösungsvorschläge sind die freiwillige Mengenreduzierung, eine befristete entschädigungslose Kappung der Milchmengen,
EU-Krisenreserve in Höhe von 400 Mio. € für europäische Milchbauern sowie ein liberaler Milchmarkt mit flankierenden nationalen Maßnahmen, wie es das BMEL für richtig hält. Immer mehr läuft es derzeit auf einen schmerzhaften Strukturwandel hinaus. (da)
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