Betrugsverdacht

Trickserei mit Bio-Schweinen


Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt gegen zwei Landwirte aus Mecklenburg-Vorpommern, die konventionell erzeugte Schweine als Bio-Schweine verkauft haben sollen. Bei den Beschuldigten handelt es sich um Vater und Sohn, die Inhaber beziehungsweise Geschäftsführer eines Biobetriebes sind. Ihnen werden gewerbsmäßiger Betrug und Verstöße gegen das Ökolandbaugesetz vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Schwerin mit. Bei einer Durchsuchung der Geschäftsräume beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Unterlagen, die derzeit ausgewertet werden.

Kontrolleure schöpften Verdacht

Den Biobauern wird vorgeworfen, von konventionell arbeitenden Betrieben Schweine aufgekauft zu haben. Diese seien dann in eigene Ställe gebracht und anschließend als Bioschweine vermarktet worden. Der erste Verdacht auf illegales Handeln kam im November 2013 bei Kontrollen des Ökobetriebes auf. Die zuständige Kontrolleinrichtung, der Fachverein für Öko-Kontrolle in Karow, stellte damals Unregelmäßigkeiten fest. Über diese Erkenntnisse habe der Verein das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock informiert, teilte eine Sprecherin des Fachvereins auf Anfrage von agrarzeitung.de mit. Die aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien auf die damals gegebenen Hinweise zurückzuführen.

Landesamt erstattete Anzeige

„Natürlich ist jeder Fall des Betruges gerade im ökologischen Landbau ein Schlag ins Kontor der gesamten Branche. Das darf nicht geduldet werden, das ist Betrug an der Landwirtschaft und am Kunden", kommentiert Landwirtschaftsminister Till Backhaus die Ermittlungen. Zum Glück habe die Überwachung „sehr gut funktioniert und die verschiedenen Glieder haben gut ineinander gegriffen". Er hoffe, dass die Staatsanwaltschaft nun zügig ihre Ermittlungen abschließt, so der Minister. Am 29. November 2013 habe der Fachverein für Öko-Kontrolle das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei über den Verdacht informiert. Weitere behördliche Nachforschungen hätten den Verdacht erhärtet, sodass durch das Landesamt am 12. Dezember 2013 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stralsund erstattet wurde.

Vermarktungsverbot für Bioschweine

Um eine weitere Vermarktung von Schweinen durch den betroffenen Betrieb zu stoppen, wurde durch das Landesamt noch im Dezember 2013 ein bis zum 31. März 2014 befristetes Vermarktungsverbot für ökologische/biologische Erzeugnisse auf der Grundlage von Artikel 91 (2) der VO (EU) 889/2008 verfügt, so das Landwirtschaftsministerium in Schwerin. Der Schweinebestand sei zum 1. April 2014 aus dem ökologisch/biologisch bewirtschafteten Betrieb ausgegliedert und an einen konventionellen Betrieb abgegeben worden. (SB)
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