Übernahmepläne

Trump-Berater gegen Fusionen

Bruce Rastetter, Agrarunternehmer aus Iowa, macht Stimmung gegen die Konsolidierung der Agrarchemie. Ende der vergangenen Woche hat er sich in einer Presseerklärung gegen globale „Mega-Mergers“ in der Pflanzenschutz- und Saatgutbranche ausgesprochen. Er wandte sich gegen alle drei geplanten Zusammenschlüsse, die noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden müssen – also die Übernahme von Syngenta durch ChemChina, den Zusammenschluss von Dow und DuPont sowie die Übernahme von Monsanto durch Bayer. In allen drei Fällen appelliert Rastetter an den künftigen US-Präsidenten Donald Trump, die Vorhaben zu untersagen.

Einflussreiche Simme aus Iowa

Zähe Nominierung
Der künftige US-Präsident Donald Trump hat bis Sonntag noch keinen Kandidaten für die Spitze des Landwirtschaftsministeriums (USDA) nominiert. Für alle anderen wichtigen Positionen – außer dem Kriegsveteranenministerium – sind die Würfel gefallen. Wegen der langen Verzögerung hat sich bereits der Präsident der National Farmers Union (NFU) beschwert. Nachdem Landwirte und ihre Familien wesentlich zum Wahlsieg der Republikaner beigetragen hätten, fühlten sie sich nun nicht ausreichend beachtet, lautet der Vorwurf. (db)
Bruce Rastetter ist CEO der Summit Agricultural Group mit Sitz im US-Bundesstaat Iowa. Das Unternehmen ist in der Landwirtschaft, Ethanolgewinnung und als Agrarinvestor unter anderem in Brasilien tätig. Rastetter war im US-Wahlkampf Mitglied des Beratungsteams von Donald Trump. Nach Informationen von US-Medien war er außerdem kurz vor Weihnachten zu Gesprächen im Trump-Tower in New York gesichtet worden.

„Am Ende wird der Bauer verlieren"

Nach dem Urteil des Agrarunternehmers aus Iowa würden die Fusionen für die Landwirte die Wahlmöglichkeiten eingrenzen und höhere Preise zur Folge haben. Auch die innovative Forschung dürfte erlahmen, warnt Rastetter. Das gelte nicht nur in den USA, sondern weltweit. „Fusionen wie diese haben das Potenzial, irreversible Schäden in der Landwirtschaft in Gang zu bringen", sagte Rastetter wörtlich. „Am Ende wird der Bauer verlieren", zeigte sich der Unternehmer überzeugt.

Deswegen forderte er die neue Regierung auf, solche Fusionen zu blockieren. Um das Wachstum der Agrarbranche anzukurbeln, seien vielmehr Reformen im Patentwesen und staatliche Deregulierung erforderlich. „Wie die jüngsten Wahlen zeigen, hat das ländliche Amerika eine starke Stimme. Es ist wichtig, dass es wieder gehört wird", mahnte Rastetter in Anspielung darauf, dass Trump besonders in den agrarisch geprägten US-Bundesstaaten gewonnen hat. (db)
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