Freihandelsabkommen Nafta

Trump droht mit Milchkrieg

Mit der Parole „Buy American, Hire American“ will US-Präsident Trump bei seinen Anhängern punkten und neue Arbeitsplätze in der Industrie des Landes schaffen. Beim Besuch eines Werkzeugherstellers in Kenosha (Wisconsin) unterzeichnete er am Dienstag ein gleichnamiges Dekret. Der Staat im Norden der USA ist nicht nur ein wichtiger Industrie-Standort sondern auch das Zentrum der US-Milchwirtschaft und gilt deshalb als „America’s Dairyland“.

Trump kritisierte in seiner Rede die seiner Meinung nach unfairen Handelsbeziehungen zu Kanada bei Molkereiprodukten. Er bezog sich dabei auf Vorwürfe der US-Milchindustrie. Danach würde Kanada immer mehr billige Milch in die USA exportieren und gleichzeitig die Einfuhren von Milchprodukten aus den USA blockieren. Darunter würden die Milchbauern in den USA leiden.

Der kanadische Botschafter in den USA, David MacNaughton, wies die Vorwürfe in einem Brief an US-Politiker von Demokraten und Republikanern zurück. Die Probleme der Milchbauern in den USA seien nicht auf die Milchpolitik in Kanada zurückzuführen, sondern auf ein global großes Angebot.

Auch die kanadische Milchbranche verweist darauf, dass der Hauptgrund für die Schwierigkeiten der US-Farmer in der zu großen Angebotsmenge in den USA zu sehen sei. Exporte in den vergleichsweise kleinen gut versorgten kanadischen Markt seien für die USA ein Tropfen auf den heißen Stein. Die aktuellen Probleme der US-Milchindustrie könnten so nicht gelöst werden. Es sei deshalb falsch, Kanada für die Probleme der Milchbauern in den USA verantwortlich zu machen, stellen die Dairy Farmers of Canada in einer Erklärung fest. (SB)
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