Handelsabkommen

Trump will Nafta neu verhandeln

Am Donnerstag hat der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer im US-Kongress bekannt gegeben, dass US-Präsident Donald Trump Elemente der Nafta-Vereinbarungen mit Kanada und Mexiko neu regeln will. Die Verhandlungen sollen Mitte August beginnen und schon Ende 2017 beendet sein. Geklärt werden sollen sowohl bilaterale Beziehungen – also entweder zwischen den USA und Kanada oder zwischen den USA und Mexiko – als auch Verabredungen zwischen allen drei Staaten.

Freihandel seit 1994
Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (englisch North American Free Trade Agreement) ist zum 1. Januar 1994 gegründet worden. Der Wirtschaftsverband zwischen den USA, Kanada und Mexiko bildet eine Freihandelszone im nordamerikanischen Kontinent. Im grenzüberschreitenden Handel bietet der Verbund jedoch größere Vorteile für Kanada und Mexiko, die jeweils mehr Waren in die USA verkaufen als sie von dort beziehen. (db)
Lighthizer verspricht der US-amerikanischen Wirtschaft und auch den Farmern, dass sie Vorteile von den Nachverhandlungen haben sollen. „Jede Handelsvereinbarung kann immer verbessert werden“, kommentierte am Donnerstag auch US-Agrarminister Sonny Perdue. Er wies jedoch darauf hin, dass für die US-Agrarwirtschaft der Freihandel im Norden und Süden der USA große Vorteile gebracht hat. Dass dies so bleibt, dafür soll der neue Staatssekretär für den Agrarhandel und die Auslandsbeziehungen sorgen, der allerdings noch nicht benannt worden ist.

Rein rechnerisch besteht jedoch im Agrarhandel für die USA durchaus Luft nach oben. Sowohl mit Kanada als auch mit Mexiko ist die Bilanz negativ – die USA kaufen also mehr Agrarprodukte in ihren beiden Nachbarländern ein als sie dorthin verkaufen. Von den gesamten US-Agrarexporten 2016 sind 29 Prozent nach Kanada und Mexiko gegangen. Dagegen stammten 40 Prozent der US-Agrarimporte von den beiden Nafta-Ländern. Das Agrarhandelsdefizit der USA mit beiden Ländern beläuft sich 2016 auf zusammen  6 Mrd. US-$. (db)
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