US-Agrarhandel

Trumps Mauerpläne beunruhigen

Viele Börsenteilnehmer beäugen aufmerksam und zum Teil mit Sorge die Handelspolitik, die sich unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump anbahnt. Seine erste Amtshandlung war, die Transpazifische Partnerschaft (TPP) aufzukündigen. Jetzt wackelt das seit 1994 bestehende Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) zwischen den USA, Kanada und Mexiko.

Drittgrößter Absatzmarkt für Agrarprodukte

Die geplante Mauer zu Mexiko könnte den Agrarhandel gewaltig stören – auf beiden Seiten. Nach der November-Statistik des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) exportieren die USA 2016 Agrargüter im Wert von 18,3 Mrd. US-$ nach Mexiko. Es handelt sich um einen Anteil von 13,6 Prozent der gesamten US-Agrarexporte. Mexiko ist der drittgrößte Absatzmarkt hinter China (21,8 Mrd. US-$) und Kanada (21,3 Mrd. US-$). Als wichtigste Produkte für den Export nach Mexiko nennt die USDA-Statistik Mais und Soja sowie Milchprodukte und Schweinefleisch.

Chicago reagiert mit Kursrückgang

Die mexikanischen Maisimporte im Umfang von rund 10 Mio. t stammen überwiegend aus den USA. Entsprechend nervös sind die Erzeuger und Vermarkter in den USA. So reagierte die Börse in Chicago am Donnerstag prompt mit sinkenden Maiskursen, nachdem der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto ein Treffen mit Donald Trump abgesagt hatte.

Noch mehr steht allerdings für die mexikanische Agrarbranche auf dem Spiel. Mexiko ist der mit abstand größte Lieferant von Agrarprodukten in die USA. Den Wert im Jahr 2016 schätzt das USDA auf 22,0 Mrd. US-$. Das entspricht etwa einem Fünftel aller US-Agrarimporte.

Nafta-Abkommen hat Einfuhren beschleunigt

Insgesamt haben die Agrareinfuhren in die USA seit den 1990er Jahren richtig Fahrt aufgenommen. Als einen Grund nennen die Ökonomen im USDA eben das Nafta-Abkommen, das den zollfreien Handel mit Mexiko und Kanada eröffnet hatte. Seither kommen umfangreich Gemüse, Früchte und Nüsse über die Südgrenze – eben dort, wo künftig eine Mauer errichtet und auch wieder Zollschranken eingeführt werden sollen. (db)
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