Umweltbericht

UBA setzt auf strenge Düngeverordnung


Um 21 Prozent hat die Landwirtschaft zwischen 1990 und 2014 den Ausstoß von CO2 gesenkt. Im Jahr 2014 hatte die Landwirtschaft demnach einen Anteil von rund 8 Prozent an den Treibhausgasemissionen in Deutschland. Das hält das Umweltbundesamt (UBA) in seinem nun veröffentlichten Bericht „Daten zur Umwelt 2015“ fest.

Doch die Bundesregierung hat in einem Punkt nicht geliefert: Schon bis 2010 sollte die Stickstoffgesamtbilanz der Landwirtschaft auf 80 kg/ha gesenkt werden – tatsächlich lag sie bei mehr als 90 kg/ha. Für dieses Jahr wollte die Bundesregierung eigentlich ein neues Minderungsziel vorgeben, ist dies aber bis heute schuldig geblieben, so das UBA weiter. Die Behörde fordert, den Stickstoffüberschuss in der Gesamtbilanz bis 2040 auf 50 kg/ha zu senken.

Krautzberger: Umweltproblem großen Ausmaßes

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger mahnte bei Vorstellung des Berichts an, die überhöhten Stickstoffeinträge in der laufenden Novellierung der Düngeverordnung konsequent anzugehen: „Der Stickstoffüberschuss aus der Landwirtschaft ist ein Umweltproblem großen Ausmaßes“, so Krautzberger. Nach Vorstellung der UBA-Präsidentin sollte die neue Düngeverordnung vorschreiben, dass Gülle effizienter eingesetzt und schneller in den Boden eingearbeitet wird. Krautzberger empfiehlt zudem, größere Abstände zwischen Gewässern und landwirtschaftlichen Nutzflächen vorzugeben, damit weniger Nährstoffe vom Feld in Flüsse und Seen gelangten. In dem Bericht der Behörde erhalten nur zehn Prozent der deutschen Flüsse und Bäche das Prädikat „gut“ nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Dies führt das UBA auf Stickstoffeinträge zurück.

Großer Sünder Verkehrssektor

Größter Klimasünder ist die Energiewirtschaft, die für 39 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland steht. Auf Platz 2 folgt der Verkehrssektor mit 18 Prozent, der den Ausstoß von Klimagasen zwischen 1990 und 2014 sogar noch gesteigert hat. Das UBA fordert hier unter anderem eine Verlagerung des Gütertransports von der Straße auf die Schiene und die Wasserwege.

Damokles-Schwert iluc-Faktoren

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) nutzte die Vorlage des UBA-Berichts, um von der Bundesregierung und auf europäischer Ebene eine „langfristige Strategie zum Ausbau der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor“ zu fordern. Dazu zählt der VDB eine Erhöhung der Quote für Biokraftstoffe EU-weit, wie ein Sprecher auf Anfrage von agrarzeitung.de erläuterte.

Dieses Jahr hatte die Branche noch durchgesetzt, dass höchstens 7 Prozent Biodiesel und Bioethanol am Energieverbrauch bis 2020 im EU-Verkehrssektor auf das Klimaziel von 10 Prozent angerechnet werden. Das Europaparlament (EP) hatte den Deckel bei 5 Prozent einziehen wollen. Auch in einem weiteren Punkt konnte die Biokraftstoffwirtschaft sich gegen das EP durchsetzen: Eine Anrechnung der Faktoren indirekter Landnutzungsänderungen (iluc) auf die Treibhausgasbilanz von Biokraftstoffen wurde bis 2020 doch nicht festgelegt. „Dieses Damokles-Schwert schwebt immer noch über uns“, sagte der VDB-Sprecher mit Blick auf die Zeit nach 2020. (pio)
stats