Fünf-Punkte-Programm

UBA will weniger Pflanzenschutz


Brisante Punkte
Zwei Punkte der fünf Forderungen des Umweltbundesamtes haben es besonders in sich:
  • Nicht akzeptabel ist für das UBA die heutige Definition des „notwendigen Maßes“ im Pflanzenschutz. Das UBA sieht hier eine „unangemessene Legitimation für die Abhängigkeit der konventionellen Landwirtschaft vom chemischen Pflanzenschutz“.
  • Zum Schutz der Biodiversität fordert das UBA außerdem, dass einzelbetrieblich auf mindestens 10 Prozent der Ackerfläche keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden.
„Wir haben im landwirtschaftlichen Bereich, was Umweltprobleme angeht, hauptsächlich ein Umsetzungsdefizit – kein Erkenntnisdefizit“, stellt Krautzberger im Interview klar, das in der heutigen Ausgabe der agrarzeitung (az) erscheint. Deswegen habe ihre Behörde das Fünf-Punkte-Programm vorgelegt. Es zeige Wege auf, wie mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft im Kontext des Pflanzenschutzes erreicht werden könne.

Die UBA-Vorschläge gehen ein in die Halbzeitbewertung des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP), die Mitte Juni mit einem Workshop in Potsdam eingeleitet wird. Krautzberger versichert, dass die UBA-Bewertung zu Defiziten im Umweltbereich auf wissenschaftlichen Fakten beruhe. „Ich glaube, dass gerade die bäuerliche Interessenvertretung schlecht beraten ist, wenn sie einfach darüber hinweggeht“, sagt die UBA-Chefin im Interview und ergänzt: „Schön wäre es, wenn die Interessenvertretung der Landwirte aufhört, die Kollegen zu verteidigen, die sich am wenigsten um die Umwelt bemühen.“

Krautzberger gibt sich jedoch auch versöhnlich. Das UBA akzeptiere, dass es chemischen Pflanzenschutz gibt, beteuert sie. „Unser Fünf-Punkte-Programm zum Pflanzenschutz ist ein Angebot zum Dialog. Das ist nicht als Konfliktpapier geschrieben“, sagt sie im Interview. (db)
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