Label-Streit

US-Staat will interne GVO-Studien sehen


Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates will Agrarkonzerne dazu zwingen, interne Studien offenzulegen, die mögliche Gesundheits- oder Umweltrisiken durch gentechnisch verändertes (GV-)Saatgut und die für die Bestandsführung genutzten Pflanzenschutzmittel sowie durch Nahrungsmittel mit GVO-Bestandteilen zum Thema haben. Zu den Konzernen, die ihre internen Studien offenlegen sollen, zählen unter anderem Du Pont, Syngenta, Monsanto, Dow Chemical und Bayer sowie die Nahrungsmittelhersteller Con Agra Foods und Kellog Co., berichtete kürzlich das „Wall Street Journal“.
 

Monsanto will sich widersetzen

Eine Monsanto-Sprecherin kündigte bereits Widerstand gegen dieses Gesuch an. Die Unbedenklichkeit von GVO sei „weithin anerkannt“, zitiert das Wall Street Journal die Sprecherin. Eine Reihe von staatlichen Studien bestätigte dies. Du Pont, Syngenta und Bayer teilten mit, die Aufforderung der Generalstaatsanwaltschaft von Vermont zu prüfen, Dow Chemical lehnte eine Stellungnahme ab. Auch die betroffenen Nahrungsmittelhersteller äußerten sich nicht.

Neue Volte in Rechtsstreit

Bei der Aufforderung, die internen Papiere zu GVO offenzulegen, handelt es sich um eine neue Volte in einem seit rund zwei Jahren währenden Rechtsstreit. Der Bundesstaat Vermont hatte 2014 ein Gesetz verabschiedet, das die Kennzeichnung von Nahrungsmitteln mit GVO-Bestandteilen fordert. Die Vereinigung der US-Nahrungsmittelhersteller klagt gegen dieses Gesetz. Ein „Flickenteppich“ aus unterschiedlichen Label-Anforderungen in verschiedenen US-Bundesstaaten würde die Produktionskosten für Nahrungsmittel ungebührlich in die Höhe treiben, so die Argumentation der Lobby-Gruppe. (pio)
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