Biodieselstreit

USA drehen Importhahn zu

Markt überflutet
Der US-Verband National Biodiesel Board (NBB) hat im März ein Anti-Dumping-Verfahren verlangt. Subventioniertes argentinisches und indonesisches Biodiesel würde den US-Markt „überfluten“, klagt der NBB. Die Importe aus beiden Ländern haben sich von 2014 bis 2016 mehr als verfünffacht. Nach den Zahlen der US-Energieagentur (EIA) hat Argentinien 2016 fast 1,5 Mio. t und Indonesien rund 350.000 t in die USA geliefert. (db)
Das US-Wirtschaftsministerium ist überzeugt, dass die Importe von Biodiesel aus Argentinien und Indonesien zu Dumpingpreisen erfolgen, weil in beiden Ländern der Export indirekt subventioniert würde. Bis die Ergebnisse der jetzt abgeschlossenen Untersuchung nach 90 Tagen im US-Amtsblatt veröffentlicht werden, hat das Ministerium am Dienstag angekündigt, Strafzölle auch rückwirkend zu erheben. Damit will das Ministerium verhindern, dass Importeure in den kommenden Wochen vorsorglich die Tanks mit billigen Importen füllen. Seit März fordert die US-Biodiesellobby solche Maßnahmen.

Die Zollbehörden der USA sind ermächtig worden, für Biodieselimporte aus Argentinien und Indonesien ab der kommenden Woche Kautionen zu verlangen, die in der Höhe den geplanten Antidumping-Zöllen entsprechen. Die Kautionen betragen für Lieferungen aus Argentinien 50,29 bis 64,17 Prozent des Wertes, für Indonesien sind Abgaben von 41,06 bis 68,28 Prozent vorgesehen. Die Unterschiede in den Sätzen ergeben sich je nach Biodieselproduzent im Herkunftsland und je nach Importeuer. Sie werden für die einzelnen Bedingungen errechnet.

In der EU fürchten die Biodieselhersteller mögliche Strafzölle der USA. Denn die europäischen Hersteller sind zwar ihrerseits noch durch Strafzölle geschützt, die aber künftig verringert werden sollen. Die EU-Kommission hat im Juli eine Entscheidung dazu verschoben. Sie kommt aber im Herbst wieder auf die Tagesordnung. (db)
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