Regenwald

Ufop kritisiert Brandrodung

Ufop und Greenpeace fordern ein Ende der Brandrodungen.
-- , Foto: Ulet Ifansasti/Greenpeace
Ufop und Greenpeace fordern ein Ende der Brandrodungen.

Angesichts der seit Jahren schlimmsten Waldbrände in Indonesien kritisiert die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) die anhaltende Untätigkeit der indonesischen Regierung und der Europäischen Union. Die mehr als 2.000 Brände, mit denen auch Platz für Palmölplantagen geschaffen werde, und der fortschreitende Verlust wertvoller Naturräume würden von den offiziellen Stellen offenbar ebenso tatenlos zur Kenntnis genommen wie die Gefährdung der Gesundheit der dort lebenden Menschen, kritisiert die Ufop. Indonesien diskreditiere damit die Bemühungen der europäischen Biokraftstoffwirtschaft, die energetische und stoffliche Nutzung von Ölpflanzen wie Raps im Rahmen der Bioökonomiestrategie auf eine nachhaltig zertifizierte Rohstoffproduktion aufzubauen.

Rohstoffherkunft nachweisen

Die UFOP stellt fest, dass auch jetzt wieder die EU-Biokraftstoffpolitik als vermeintlicher Treiber dieser jährlichen Waldbrände herangezogen werde. Tatsächlich setzte sich die Interessenvertretung der deutschen Öl- und Proteinpflanzenerzeuger in der Vergangenheit für eine Verschärfung der Zertifizierungsanforderungen, insbesondere im Hinblick auf den Nachweis der Rohstoffherkunft in der Verarbeitungskette, ein. Laut der Erneuerbare-Energien-Richtlinie dürfen Biomasse-Rohstoffe nur dann auf gesetzlich vorgegebene Verpflichtungen angerechnet werden, wenn sie von Flächen stammen, die bereits vor 2008 in Bewirtschaftung waren. „Diese Anforderung darf nicht aufgeweicht werden, sondern muss für alle anderen Verwendungen von Pflanzenöl gelten: bei der stofflichen Nutzung ebenso wie bei der Lebensmittelverwendung, die seit jeher den Hauptverwertungsweg für Palmöl darstellt“, unterstreicht die Ufop.

Schutz durch Kompensation

Im Hinblick auf den in Kürze beginnenden UN-Klima-Gipfel in Paris fordert die Ufop, dass die Bundesregierung gegenüber der indonesischen Regierung tätig wird. Um das ausgegebene 2-Grad-Ziel noch erreichen zu können, müsse das Verbot der Urwaldrodung ein verbindliches Ergebnis dieses Gipfels sein, wobei es allerdings entsprechender Kompensationsmaßnahmen als Ausgleich für die Nichtnutzung dieser Flächen bedarf, gibt die Ufop zu bedenken.

Luftverschmutzung kostet Menchenleben

Auch Greenpeace kritisiert die großflächige Brandrodung in dem südostasiatischen Inselstaat. Neben Ölpalmen würden auf den Flächen auch Akazien für die Papierherstellung angebaut. Die durch die Brände erzeugte Luftverschmutzung koste in Südostasien nach Greenpeace-Angaben jährlich 110.000 Menschen das Leben. In Torfböden ist der über Jahrtausende angereicherte Kohlenstoff gespeichert. Durch die Brände werden diese Mengen als Kohlendioxid freigesetzt. Dadurch gehöre Indonesien mittlerweile zu den Ländern mit den höchsten CO2-Emissionen weltweit. Greenpeace fordert deshalb, die Wälder unter Schutz zu stellen. (SB)
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