Biodiesel

Ufop will Obergrenze für Frittenöl


In Deutschland landet kontinuierlich weniger Biodiesel im Tank. Die offizielle Statistik weist für 2012 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 2,8 Prozent aus. Besonders deutlich zeigt sich der Einbruch im Fünfjahresvergleich: Die 2012 verbrauchten 2,37 Mio. t Biodiesel entsprechen einem Rückgang um etwa 40 Prozent im Vergleich zu 2007.

Verbrauch von Biodiesel in Deutschland, in Mio. t
20074,00
20083,10
20092,62
20102,59
20112,43
20122,37
Quelle: Bafa
 
Der deutsche Ölsaatenverband Ufop vermutet, dass der Rückgang 2012 auf Sonderregelungen für Altspeisefette als Rohstoff beruhen könnte. Denn Biodiesel aus solchem Frittenöl darf doppelt auf die Biokraftstoffquote angerechnet werden. Das bedeutet, dass Mineralhersteller mit der halben Biodieselmenge ihre Quoten erfüllen können.

Die Ufop kritisiert allerdings, dass amtlichen Statistiken diesen Anteil von Biodiesel, der doppelt angerechnet wird, nicht ausweisen. Er fordert deswegen die zuständigen Behörden auf, Transparenz zu schaffen.

Die Ufop sieht nach eigenen Angaben die Zunahme von Biodiesel aus Abfallölen kritisch. Bereits im Herbst hatte der europäische Biodieselverband EBB vor Betrug in diesem Sektor gewarnt und ein Herkunftsregister für alle Biokraftstoffe, die doppelt auf die Beimischungsquote angerechnet werden, angekündigt.

In Deutschland hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zum Jahresbeginn die Anforderungen verschärft. Der Ufop reicht das allerdings noch nicht. Sie fordert, wie in Frankreich eine Obergrenze für die Doppelanrechnung in Höhe von 125.000 t einzuführen. (db)
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