Die Efsa muss noch bis Mitte kommenden Jahres ohne offizielle Führungsspitze auskommen, heißt es in einer Meldung bei lebensmittelzeitung.de. Dem Vernehmen nach will das Bundesagrarministerium (BMELV) in Berlin einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, der sich allerdings in einem mehrstufigen Verfahren vor Gremien der EU-Kommission durchsetzen muss und letztlich auch die Zustimmung des Europäischen Parlaments benötigt.

Ende Juli hatte die amtierende Efsa-Generalsekretärin Catherine Geslain-Lanéelle überraschend ihren Rücktritt zum 1. September bekannt gegeben. Sie will wieder ins französische Landwirtschaftsministerium zurückkehren. Gleichzeitig hatte sie den Österreicher Bernard Url außerplanmäßig zu ihrem Vertreter bestimmt. Er wird nach Angaben von lz.net Ende Oktober vom Verwaltungsrat offiziell zum Interims-Direktor bestellt.

In Parma ist Url derzeit als Leiter des Direktorats für Risikobewertung und wissenschaftliche Unterstützung für die Lebensmittelüberwachung in den Bereichen biologische Gefahren, chemische Kontaminanten sowie für Fragen der Tiergesundheit und des Tierschutzes zuständig.

Seit wenigen Wochen ist auch der Efsa-Verwaltungsrat wieder komplett besetzt. Der irische Universitätsprofessor Raymond O’Rourke tritt an die Position von Diána Bánáti, die 2012 mit ihrem beruflichen Wechsel zum industrienahen International Life Sciences Institute seitens der Efsa zum Ausstieg gedrängt worden war. Auch laufen derzeit bereits die Bewerbungen für den turnusmäßigen Wechsel von sieben der 14 Ratsmitglieder. (da)
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