Die "Allianz für Ernährungssicherheit" unter der Flagge der G8 hat sich zum Ziel gesetzt, 50 Millionen Menschen in Afrika bis zum Jahr 2022 aus der Armut zu befreien. Anlässlich des Treffens in Abuja, der Hauptstadt Nigerias, sagte Wilhelm F. Thywissen, amtierender Präsident des Grain Clubs: "Produktivität und Ertragssteigerungen, eine funktionierende Infrastruktur und nicht zuletzt Know-how, beispielsweise bei der Bewässerung oder Düngung, sind der Schlüssel, um die Situation der Menschen zu verbessern.“ Kleinbäuerliche Strukturen reichten dazu nicht aus. Vielmehr brauche es in Afrika Kooperationen von Unternehmen und Genossenschaften, so Thywissen.

Streit um Strukturen

Dem entgegnen Oxfam und weitere Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs): „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne“. Gemeinsam rufen diese die Bundesregierung auf, „die Förderung von Konzernen wie Bayer, BASF und Monsanto zu beenden“. Die humanitären Organisationen fürchten, dass die Agrarkonzerne lediglich ihre Umsätze erhöhten, aber den Menschen vor Ort nicht wirklich helfen könnten.

In einer Stellungnahme „Gefährliche Partnerschaft“ dokumentiert Oxfam, dass Kooperationsabkommen im Zuge der Neuen Allianz dazu führen können, dass Bauern ihr Saatgut nicht mehr teilen, tauschen oder verkaufen können. Zudem gäbe es Fälle, in denen Investitionsprogramme Landkonflikte fördern. Die NGOs halten demnach an einer Förderung der kleinbäuerlichen Strukturen fest. Sie fordern für die Menschen „Ernährungssouveränität“ und „Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung“, heißt es in deren Erklärung.

Spekulationen weiter Thema

Zudem hat Oxfam seine Aktionen gegen Nahrungsspekulationen der Allianz fortgesetzt. Bei der heutigen Hauptversammlung des Versicherungskonzerns will die NGO - wie vor einem Jahr - das Wirtschaftsunternehmen mit dem Thema konfrontieren. Die Allianz verwaltet in ihren Fonds Agrarrohstoffderivate im Wert von 4,7 Mrd. € an - mehr als jedes andere deutsche Finanzinstitut. Die NGOs argumentieren, dass ein Handel dieser Papiere die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treibe. (hed)
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