Agrarpolitik

Umweltverbände fordern Neuausrichtung

Die Regierung habe es in den vergangenen vier Jahren versäumt, entscheidende Schritte in Richtung einer naturfreundlichen Landwirtschaft zu gehen, sagte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Naturschutzbund (NABU) Olaf Tschimpke kritisierten beide Organisationen insbesondere Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Er habe das derzeitige, naturschädigende Fördersystem massiv verteidigt. Dabei sei der Druck zu handeln nach Aussage der Verbände unverändert groß, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Das Insektensterben sei in vollem Gange, mehr als 80 Prozent der Feldvögel stünden inzwischen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten und vielerorts sei das Grundwasser massiv mit Nitrat belastet. 

Tschimpke und Weiger forderten, die gesetzlichen Vorgaben zur Massentierhaltung und zum Düngerecht deutlich zu verschärfen. Auch seien der Aufbau eines bundesweiten Insektenmonitorings sowie ein Aktionsplan zur Rettung von Bienen dringend notwendig. 

Derzeit werde die EU-Agrarpolitik neu verhandelt. Die EU-Agrarförderung mache rund 40 Prozent des gesamten EU-Haushalts aus, unterstreichen die Verbände. Es sei in hohem Maße mitentscheidend für die gesamte EU, in welcher Weise Deutschland seine Agrarpolitik ausrichte. Die Schuld an der ihrer Meinung nach schlechten Umweltbilanz der Landwirtschaft trage die jetzige EU-Agrarpolitik. Mit dem pauschalen und völlig ineffizienten Verteilen von Milliarden an Steuergeldern müsse endlich Schluss sein, fordern die Verbände. (jst)   
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