Die Dachverbände der deutschen und europäischen Umweltverbände werfen Deutschland eine Blockadepolitik beim Bodenschutz vor. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung eine EU-weite Regelung zum Bodenschutz seit Jahren blockiere, sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hartmut Vogtmann, heute anlässlich einer in Berlin statt findenden internationalen Tagung zum Bodenschutz.

Seit acht Jahren verhandelt der EU-Umweltkommissar mit den Mitgliedstaaten über eine gemeinschaftliche Bodenschutzrichtlinie. Anfang Oktober hatte die EU-Kommission jedoch angekündigt, das Vorhaben aufzugeben, eine offizielle Rücknahme steht jedoch noch aus.

Insbesondere Deutschland hatte die Bodenschutzrichtline bisher zurückgewiesen, weil es den Bodenschutz lieber national gestalten will. In den Koalitionsverhandlungen, die in Berlin derzeit laufen, müssen Union und SPD ausloten, ob sie bei dieser Haltung bleiben wollen. Die Umweltschützer machen Druck und argumentieren, dass Bodenschutz nicht an Landesgrenzen ende. (sta)
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