Agrarpolitik

Umweltverbände ziehen Bilanz

"Mit einer Landwirtschaft , die die Gewässer verseucht, einer Verkehrspolitik, die die Luft vergiftet und einer Klimapolitik, die Wirtschaftsinteressen statt des Klimas schützt, liegen die Herausforderungen auf der Hand", wird der DNR-Präsident Kai Niebert in der Mitteilung zitiert. In der kommenden Legislaturperiode müssten endlich die Ziele, die sich die Bundesregierung gesetzt hat, in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, lautet sein Appell.

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert dessen Präsident Hubert Weiger, dass sich die Bundesregierung "endlich von dem Leitbild agrarindustrieller Entwicklung" verabschiedet. Ohne ein "konsequentes Umsteuern in der Agrarpolitik und besonders bei der Massentierhaltung haben wir bei den drängendsten Umweltthemen unserer Zeit, dem Schutz des Klimas und der Artenvielfalt, kaum eine Chance", so Weiger. 

Eine fehlgeleitete Subventionspolitik habe zu einer immer intensiveren Flächennutzung geführt, betont der Präsident des Umwelt- und Naturschutzbund Deutschland (NABU), Olaf Tschimpke, in seiner Stellungnahme. Es sei an der Zeit, dass die Bundesregierung die Alarmsignale erkennt und die Agrar-Lobby ihr kurzsichtiges Festhalten am Status Quo und dem Prinzip des 'wachse oder weiche' aufgibt, betont er..  

Die Verbände fordern die neue Bundesregierung auf, die Gesundheit und Lebensmittelqualität der Menschen auch in den Mittelpunkt einer Verkehrswende zu stellen. Nach eigenen Angaben treten die Umweltverbände als Interessenvertretung von mehr als 10 Millionen Mitgliedern auf und bezeichnen sich selbst als bedeutende zivilgesellschaftliche Stimme in Deutschland. (jst)  
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