Europäische Union

Ungewisse Zukunft für Glyphosat

Die Vertreter der Bürgerinitiative „Stoppt Glyphosat" wurden heute zu EU-Gesundheitskommissar Kommissionspräsident Vytenis Andriukaitis und EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans vorgelassen. Die Bürgerinitiative hat es geschafft, mehr als eine Million Unterschriften zusammen zu bekommen und wird von der EU-Kommission dafür respektiert.

EU-Kommission kündigte an, innerhalb der vorgeschriebenen Dreimonatsfrist eine Antwort zu geben. Eine vorgesehene Abstimmung über Glyphosat am kommenden Mittwoch im PAFF-Ausschuss will aber die EU-Kommission wegen der Bürgerinitiative nicht von der Tagesordnung nehmen. Andriukaitis wird morgen in Straßburg das weitere Vorgehen mit seinen Kommissionkollegen besprechen. Frankreich, Italien, Österreich und Luxemburg haben bereits klargestellt, dass sie einer 10 jährigen Verlängerung nicht zustimmen werden. Damit die von Andriukaitis gefordert qualifizierte Mehrheit weitgehend ausgeschlossen, auch wenn sich die Blicke auf Deutschland richten, wo noch intern verhandelt wird.

Eine kürzere Laufzeit für die Wiederzulassung von Glyphosat von etwa fünf Jahren könnte ein möglicher Kompromiss sein, wenn die Befürworter des Herbizids in diesem Fall nicht abspringen. Copa/Cogeca, der Europäische Verband der Bauern- und Genossenschaften, spricht sich für die reguläre Verlängerung von Glyphosat um 15 Jahre aus. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Verwendung von Glyphosat nicht erneut zuzulassen. Die Wissenschaftler der EU sind sich einig, dass es mit Blick auf seinen Einsatz keine Sicherheitsbedenken gibt" betonte der neue Copa-Präsident Joachim Rukwied. (Mö)   
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