Für eine Teilnahme an der Initiative Tierwohl hatten sich viel mehr Schweinehalter registrieren lassen, als der vom Lebensmitteleinzelhandel (LEH) gespeiste Fond hergibt. Rund die Hälfte der Interessenten ging bei der Verlosung der Teilnahmeberechtigungen leer aus und wurde auf eine Warteliste gesetzt.

Unter den betroffenen Betrieben habe dies zu großer Unruhe und Unzufriedenheit geführt, teilte die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mit. Schließlich hätten diese Betriebe investiert, um die geforderten Kriterien erfüllen zu können. Die Initiatoren seien nun gefordert, dass die zur Verfügung stehenden Mittel erhöht werden, damit alle Interessenten teilnehmen können.

Unterstützung erhält die ISN vom Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff. Der agrarpolitsche Sprecher der Grünen verweist darauf, dass einige Akteure im LEH zu 100 Prozent Fleisch aus der Initiative Tierwohl fordern. Dann müssten aber auch eine Gegenleistung von 100 Prozent erbracht werden. „Ich begrüße sehr, dass der LEH den Verbrauchern eine größtmögliche Fleischqualität bieten möchte, doch dafür müssen die Produzenten auch dementsprechend entlohnt werden", erklärte Ostendorff.

Für die zunächst nicht berücksichtigten Betriebe erstellte die Initiative Tierwohl per Losentscheid eine feste Warteliste. Auf welche Position sie stehen, können die Betriebe bei ihrem Bündler erfragen. Wenn die Finanzmittel aufgestockt werden, Betriebe ihre Teilnahme zurückziehen oder beim Audit nicht bestehen, rücken die zusätzlichen Teilnehmer entsprechend der Warteliste nach.

Betriebe, die bei der Vergabe noch nicht zum Zuge gekommen sind, haben die Möglichkeit, ihre Daten anzupassen. Das heißt, der Betrieb darf über den Bündler sowohl die Tieranzahl als auch die ausgewählten Kriterien verändern. Betriebe, die auf der Warteliste stehen, können, sobald sie die Zulassung zur Auditierung erhalten, einmalig den Umsetzungszeitpunkt ändern, ohne dass sie in der Warteliste nach hinten rücken. Somit haben die betroffenen Betriebe dann noch ausreichend Zeit, gewählte Verpflichtungen zur Erhöhung des Platzangebotes rechtzeitig vor der Auditierung zu erfüllen. (az)
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