Wie groß das Angebot an der Zapfsäule nach 2020 sein wird, gilt für manche Beobachter als ungewiss.
-- , Foto: Andreas Morlok / pixelio.de
Wie groß das Angebot an der Zapfsäule nach 2020 sein wird, gilt für manche Beobachter als ungewiss.

Für das umstrittenen Konzept von indirekten Landnutzungsänderungen (iluc) spricht sich der Umweltausschuss des Europaparlaments (EP) aus. Die Abgeordneten machen die Nachfrage nach Biodiesel und Bioethanol für die Abholzung des Regenwaldes verantwortlich. Deshalb sollten konventionelle Biokraftstoffe, die auf Basis von Agrarrohstoffen wie Getreide, Raps oder Palmöl erzeugt werden, nicht mehr lange gefördert werden. Eine Mehrheit stimmte im EP-Umweltausschuss stimmte dafür, dass iluc-Faktoren ab 2020 in die Klimabilanz der Biotreibstoffe miteinbezogen werden.

Sollte es bei der heutigen Berechnung der iluc-Faktoren für Kraftstoffe vom Acker bleiben, dann würde die Mineralölindustrie in fünf Jahren kaum noch Biodiesel und Bioethanol beimischen. Aber das EP muss sich erst mit den EU-Mitgliedstaaten einig werden. Und die nationalen Energieminister lehnen es ab, dass iluc-Faktoren über den Einsatz von konventionellen Biotreibstoffen entscheiden.

Darüber hinaus spricht sich der EP-Umweltausschuss für eine Obergrenze für konventionelle Biotreibstoffe von 6 Prozent am Kraftstoffverbrauch aus. Für Biotreibstoffe der 2. Generation aus Abfällen, Algen und Bakterien soll es ein neues Unterziel von mindestens 1,25 Prozent geben.

In der deutschen Biokraftstoffbranche gibt man sich nach dem Votum des EP-Umweltausschusses kämpferisch: Die Entscheidung sei bei aller Enttäuschung darüber „wie erwartet“ ausgefallen, sagte ein Sprecher des Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) in Berlin zu agrarzeitung.de. Jedoch handele es sich bei dem Votum des Umweltausschusses heute zunächst einmal nur um das „Hinspiel“. Für das „Rückspiel“ – die nun beginnenden Trilog-Verhandlungen zwischen Europarat, Europaparlament und EU-Kommission – setzte man darauf, dass sich Mitgliedstaaten mit einer starken Biokraftstoffproduktion durchsetzen werden, so der VDB-Sprecher weiter. (Mö/pio)
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