Bürgerinitiative

Unterschriften gegen Glyphosat

Die Unterzeichner fordern von der EU-Kommission ein Verbot des Totalherbizids und eine Reform des Zulassungsverfahrens für Pflanzenschutzmittel. In fünf Monaten haben laut den Organisatoren insgesamt rund 1,32 Millionen Menschen aus allen 28 EU-Mitgliedstaaten die Forderung unterzeichnet. Das Bundesverwaltungsamt in Köln prüft und be­schei­nigt die in Deutsch­land ge­sam­mel­te Zahl gül­ti­ger Un­ter­stüt­zungs­be­kun­dun­gen.

Bürger setzen sich zur Wehr
Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist das offizielle Instrument der EU zur politischen Teilhabe von Bürgern. Durch sie können EU-Bürger bewirken, dass sich die Europäische Kommission mit einem bestimmten Thema befasst. Dazu müssen in zwölf Monaten 1 Million gültige Unterstützungsbekundungen in einem Viertel aller EU-Mitgliedstaaten gesammelt werden.
Hinter der EBI gegen Glyphosat stehen rund 100 Organisationen. In Deutschland wurden die Unterschriften maßgeblich von Campact, BUND, WeMove, Umweltinstitut München und SumofUs gesammelt.

Besorgnis bei den Bürgern

„Wenn über eine Million Bürgerinnen und Bürger aus ganz Europa ein Glyphosat-Verbot fordern, ist das ein klarer Handlungsauftrag an die EU-Kommission. Die Kommission darf die Zulassung von Glyphosat nicht erneuern. Sie muss das Vorsorgeprinzip ernst nehmen“, so Karl Bär vom Umweltinstitut München, das an der Sammlung der Unterschriften beteilit ist. Der Verein Umweltinstitut München hatte im Februar 2016 mit Meldungen über Glyphosat in Bier für Wirbel gesorgt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte unverzüglich Entwarnung gegeben. 

„Die Rekordgeschwindigkeit, mit der die Unterschriften gesammelt wurden, zeigt die große Besorgnis der europäischen Bevölkerung beim Thema Glyphosat“, sagte Heike Moldenhauer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der BUND und das Umweltinstitut München fordern Umweltministerin Barbara Hendricks auf, bei ihrem „Nein“ zu Glyphosat zu bleiben. (mrs)



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