Sowohl Politik als auch den Handel fordert Jan Plagge, Präsident des Anbauverbands Bioland, auf, die heimische Öko-Landwirtschaft nicht länger zu bremsen. Denn die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steige weiter, während in den vergangenen Jahren nur wenige Betriebe auf Bio umstellten.

Plagge fordert von der Politik das Ziel der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie ernst zu nehmen, nach der in den nächsten Jahren 20 Prozent der Agrarfläche in Deutschland auf Biolandbau umgestellt werden sollen. „Der ökologische Landbau ist das Landwirtschaftsmodell für die Zukunft. Er bietet umfassende Lösungen zur Bewältigung der Herausforderungen im Klima- und Umweltschutz und ermöglicht die Entwicklung ländlicher Räume“, so Plagge selbstbewusst.

Zu den sechs zentralen Forderungen des Anbauverbands an die Politik zählt die Anhebung der Ökoprämie auf GAK-Höchstsatz von 300/ha in allen Bundesländern und zugleich eine Neuausrichtung der Agrarinvestitionsförderung nach den Kriterien des Biolandbaus. Mit der Einführung einer Abgabe auf mineralische Stickstoffdünger und synthetische Pestizide müsse die Nutzung natürlicher Ressourcen durch die konventionelle Landwirtschaft in Rechnung gestellt werden. Die Mittel für Forschung und Bildung sollen nach Vorstellungen von Bioland zu 20 Prozent für den Ausbau des Ökologischen Landbaus eingesetzt werden. Außerdem fordert der Öko-Verband, dass Dünge-Verordnung sowie Tierschutzgesetz darauf abzielen, die Kreislaufwirtschaft als Maßstab für die gesamte Landwirtschaft zu setzen. Zudem sei für Bio-Bauern in Deutschland ein konsequentes Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen notwendig.

Die Totalrevision der EU-Ökoverordnung müsse verhindert werden, weil damit neue bürokratische Hürden entstünden. Vielmehr machen sich die Öko-Verbände mit dem Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) an der Spitze für eine Weiterentwicklung der Regeln auf Basis der bestehenden Gesetzgebung stark. Plagge betont: „Die wichtigen Verbesserung des Öko-Kontrollsystems und der Regelungen zu Importen können im bestehenden System ohne weiteres zügig umgesetzt werden, neue Grenzwerte lösen keines der erkannten Probleme“. (brs)
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