Mit einer symbilischen Probebohrung vor dem Kanzleramt machen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Naturschutzring (DNR), Naturschutzbund Deutschland (NABU), Umweltinstitut München, Robin Wood, PowerShift, die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der EKD (AGU) ihren Unmut über das geplante Fracking-Gestz deutlich. Die Vorlage soll heute das Bundeskabinett passieren. Der Protest der Umweltverbände richtet sich gegen die Absicht von Energiekonzernen, in mehreren Regionen Deutschlands mit dem umstrittenen Fracking Erdgas aus tiefen Erdschichten zu gewinnen.

„Fracking bedroht die Grundwasservorräte, die Böden und schadet dem Klima. Es ist eine Fossil-Technologie von gestern und konterkariert die Energiewende“, sagte Ann-Kathrin Schneider, Energieexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). In ganz Deutschland hätten sich inzwischen mehr als 2.000 Gemeinden gegen Fracking in ihren Regionen ausgesprochen. Die Bundesregierung müsse die Sorgen und Proteste der Bürger ernst nehmen und Fracking verbieten.

Folgekosten für Mensch und Umwelt

Der von der Bundesregierung geplante Rechtsrahmen zu Fracking stelle die privatwirtschaftlichen Interessen der Erdgasindustrie über den vorsorgenden Umweltschutz, kritisierte Franziska Buch, Energiereferentin am Umweltinstitut München. „Indem die Energiekonzerne mit Fracking die weitere Ausbeutung fossiler Energien vorantreiben wollen, bürden sie der Umwelt und den Menschen die Folgekosten auf“, sagte Buch. Dass die Regierung Fracking-Bohrungen ermöglichen will, eröffne Unternehmen wie Exxon eine Hintertür, mit der eine Hochrisiko-Technologie salonfähig gemacht werden soll, befürchtet Chris Methmann, Campaigner bei Campact.

Bundestag entmachtet sich

Der Bundestag entmachte sich selbst, wenn er wesentliche Entscheidungen über Risiken und den Einsatz von Fracking oberhalb von 3.000 Metern zu kommerziellen Zwecken einer Expertenkommission überlassen will, deren Neutralität in Frage gestellt werden kann, erklärte Sascha Müller-Kraenner, Geschäftsführer der DUH. Um ein Fracking-Ermöglichungsgesetz zu verhindern, seien nun die Abgeordneten des Bundestages gefragt. Von den Verbänden werden sie aufgefordert, alles daran zu setzen, beim Schutz von Mensch, Natur und Wasser umgehend nachzubessern. Sollten die Gesetzesentwürfe zu Fracking heute vom Bundeskabinett beschlossen werden, kündigten die Umweltverbände weitere Proteste vor Ort an möglichen Fracking-Standorten gegen die aus ihrer Sicht inakzeptable Fördertechnik an. (az)
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