Die EU-Kommission rechne die Klimawirkung von Biotreibstoffen schön, kritisieren die Organisationen BUND, Rettet den Regenwald und INKOTA-netzwerk. Biosprit leiste keinen Beitrag zum Klimaschutz, sondern wiesen bei korrekten Berechnungen zumeist sogar eine negative Treibhausgasbilanz auf, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Daher müsse das Parlament am 29. April für eine möglichst niedrige Beimischungspflicht stimmen. Aus einer kürzlich veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern unter anderem der Universität Princeton und der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission gehe hervor, dass die EU-Kommission die Klimawirkung von Biokraftstoffen falsch berechne, meinen die Organisationen. Sie fordern, die Treibhausgasemissionen durch indirekte Landnutzungsänderungen vollständig in die Klimabilanz von Agrarkraftstoffen einzubeziehen.

Die EU-Kommission gehe der Studie zufolge bislang von einem verringerten Ausstoß an Treibhausgasen bei Biotreibstoffen aus Mais und Weizen aus. Nicht berücksichtigt werde aber in den Modellen, dass Weizen und Mais auch für Lebens- und Futtermittel benötigt werden und ihr Anbau zusätzliche Flächen in Anspruch nehme. „Die Klimagas-Rechenmodelle der EU unterstellen, dass die von Agrosprit verdrängten Lebensmittel gar nicht gebraucht werden und Menschen und Tiere folglich weniger CO2 ausstoßen“, sagte die BUND-Agrarexpertin Katrin Wenz. In die Klimabilanz müsse jedoch eingerechnet werden, dass Biotreibstoffe bis zum Jahr 2020 zu einer Umwandlung von natürlichen Ökosystemen in Agrarflächen im Umfang von bis zu 69.000 Quadratkilometern führen könne. Dadurch könnten zwischen 27 und 56 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr freigesetzt werden, befürchten die Autoren der Studie. (az)
stats