Stallbau

Verbandsklage in Vorbereitung


Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband erheben Einwendungen gegen das Bauvorhaben eines Putenhalters in Nordrhein-Westfalen.  

In Sassenberg im Münsterland soll ein Stall mit rund 8.000 Mastplätzen gebaut werden. Sie geplante Anlage sorgt schon seit Monaten für Aufregung. Die Anwohner befürchten Staub und Gestank.
Für andere kämpfen
Bei der Verbandsklage erhalten Vereine und Verbände die Befugnis, die Verletzung der Rechte anderer geltend zu machen. Zum Beispiel beim Behindertenschutz oder beim Naturschutz.

Die Tierschutz-Verbandsklage ist mittlerweile in sieben Bundesländern eingeführt, und zwar in Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und dem Saarland. In anderen Bundesländern steht sie auf der politischen Agenda. In Bayern wurde das Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine im Dezember 2014 abgelehnt. (kbo)

Nun haben die Verbände ihre Einwendung bei dem zuständigen Bauamt im Landkreis Warendorf eingereicht. Der beantragte Stallbau entspricht einer konventionellen Tierhaltung. Das wiederum entspricht aber nicht den Vorstellungen der Tierschützer. „Die vorgesehene Putenhaltung wäre tierschutzwidrig und nicht artgerecht“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. 


Im Grundsatz soll nun geklärt werden, ob solche Stallanlagen noch genehmigungsfähig seien. „Sollten diese Einwendungen nicht beachtet werden, gehen wir die weiteren Schritte bis zur Verbandsklage“, droht Schröder. Möglich geworden ist solch eine Einwendung aufgrund des Verbandsklage- und Mitwirkungsrechts, das Tierschutzorganisationen in NRW seit Januar 2014 innehaben. (kbo)

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