Amtschefskonferenz

Verbot von Reserveantibiotika


„Die Verwendung von Antibiotika, die als letzte Behandlungsmöglichkeit von kritischen Infektionen beim Menschen vorbehalten sind, sollten in der Tierhaltung an sehr strenge Voraussetzungen geknüpft werden“, forderte der rheinland-pfälzische Staatssekretär Thomas Griese heute in Berlin. Die Amtschefs der Agrarministerien in den Ländern tagten gestern und heute in Berlin. Sie beschlossen eine Begrenzung von Reserveantibiotika in der Tierhaltung. „In Deutschland werden an Nutztiere fünf Mal mehr Antibiotika als an Menschen verabreicht“. Der unsachgemäße Einsatz der Arzneimittel führe dazu, dass Krankheitserreger zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln. „Wir wollen, dass bestimmte Antibiotika ausschließlich für Notfälle in der Humanmedizin zur Verfügung stehen und in der Tiermast ganz verboten werden“, bekräftigte Griese.

Auf Antrag von Rheinland-Pfalz und anderen Ländern wollen die Amtschefs außerdem den Tierärzten Festpreise für Antibiotika vorgeben. Rabatte für große Mengen würden Anreize zum Antibiotikaverkauf geben. Durch Festpreise solle dies verhindert werden. (dg) 
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