Nahrungsmittelvorräte

Verbraucher reagieren gelassen

Die Diskussionen um Hamsterkäufe haben sich im Lebensmitteleinzelhandel bisher nicht ausgewirkt. „Weder in den Lebensmittelmärkten noch den Supermärkten oder Discount-Filialen der REWE-Group gibt es seit der medialen Diskussion um die Konzeption Zivile Verteidigung ein verändertes Kaufverhalten der Kunden", erklärt ein Sprecher des Unternehmens gegenüber agrarzeitung.de. Offenkundig sei den Kunden klar, dass es sich hierbei um ein Konzept und nicht um - zum Teil altbekannte - Empfehlungen im Hinblick auf eine unmittelbar reale Bedrohung handelt, sagte er.

Industrie sieht keinen Grund für Panikkäufe

Auch die Ernährungsindustrie rät dazu, von Panikkäufen abzusehen. Es bestehe kein Grund an der Versorgungssicherheit zu zweifeln, so der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE), Christoph Minhoff. Die deutsche Lebensmittelproduktion sei sehr leistungsfähig und liefere heute noch einmal die Hälfte des Inlandsumsatzes zusätzlich ins Ausland, sagte er agrarzeitung.de. Risiken für die Lebensmittelversorgung sehe er vorwiegend in der physischen und informationstechnischen Infrastruktur.

Daten zur Versorgung werden erfasst

Bereits heute seien sowohl der Staat als auch die Unternehmen zu organisatorischen, materiellen und planerischen Maßnahmen verpflichtet. So würden beispielsweise die wichtigsten Daten von den für die Versorgung bedeutsamen ernährungswirtschaftlichen Betrieben über die „Ernährungswirtschaftsmeldeverordnung" regelmäßig erfasst. Über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) würden auch außerhalb von Krisenzeiten zentrale Aufgaben der Ernährungsvorsorge wahrgenommen. Wer für den Fall der Fälle vorsorgen möchte, könne den Empfehlungen zur privaten Vorsorge folgen, so Minhoff. Bedacht werden sollte dabei jedoch, dass es sich hier um grobe Richtwerte für die Zusammensetzung einer Grundernährung handele. (jst)
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