Weltbodentag

Verlust von Ackerfläche nicht gestoppt


Das Internationale Jahr des Bodens ist vorbei – der Bodenschutz aber längst nicht am Ziel: Weltweit gehen jährlich etwa 10 Mio. ha Ackerfläche verloren, das ein Gebiet so groß wie die fünf neuen Länder. Ein Viertel der globalen Bodenfläche enthalte heute schon deutlich weniger Humus und Nährstoffe als vor 25 Jahren oder lasse sich gar nicht mehr als Ackerland nutzen, teilen das Bundesumweltamt (UBA) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit. Wesentliche Ursachen seien die Landgewinnung durch Abholzung, Brandrodung, Umbruch und eine intensive, nicht standortangepasste Landwirtschaft. „Fruchtbare und gesunde Böden sind die Voraussetzung für unsere Nahrungsmittelversorgung. Die Bodendegradation ist eine Ursache für Hunger und Unterernährung – und damit auch für Konflikte und Migration“, erklärte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger anlässlich des Weltbodentags.

Zum Bodenverlust trägt auch Deutschland bei. Täglich werden 70 ha Acker- und Grünland pro Tag in Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt. Etwa die Hälfte dieser Fläche wird versiegelt, das heißt, sie ist mit Straßen, Wegen, Parkplätzen oder Gebäuden überbaut, asphaltiert, betoniert, gepflastert oder verdichtet. Diese Siedlungs- und Verkehrsflächen seien für den Anbau von land- und forstwirtschaftlichen Produkten verloren.

Im September dieses Jahres haben die Staats- und Regierungschefs auf der UN-Vollversammlung die Globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) beschlossen. Das wichtigste bodenbezogene Ziel ist eine ausgeglichene Bilanz zwischen Bodendegradation und Wiederherstellung bis 2030 zu erreichen. Wenn Deutschland bei der Umsetzung eine Vorreiterrolle einnehmen möchte, müsse die Politik hier klare Zeichen setzen, den Bodenzustand darstellen, Trends erkennen, Maßnahmen beschließen und umsetzen, fordern UBA und BMZ. (SB)
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