Die Vielfalt in Kantinen nimmt einerseits zu und andererseits ab. Und hier liegt das Dilemma für die Kieler CDU. Denn nach dem Motto: Verzicht verbindet, soll es in Kantinen mittlerweile an Gerichten mit Schweinefleisch mangeln.

Für die CDU ist die Religionszugehörigkeit der Kantinenbesucher kein Argument, Schweinefleisch vom Speiseplan zu nehmen. „Der Minderheitenschutz – auch aus religiösen Gründen – darf nicht dazu führen, dass eine Mehrheit aus falsch verstandener Rücksichtnahme in ihrer freien Entscheidung überstimmt wird“.

Und weil Kleinkinder, Schüler, Studenten und andere Kantinenliebhaber weiterhin in den Genuss des Schweinefleischs kommen sollen, schreitet die Kieler CDU zur Tat. In einem Antrag der Fraktion für die Landtagssitzung in der nächsten Woche heißt es daher: „Die Landesregierung wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Schweinefleisch auch weiterhin im Nahrungsmittelangebot sowohl öffentlicher Kantinen als auch in Kitas und Schulen erhalten bleibt.“

Dieser Einsatz bleibt nicht unkommentiert. Die Bundesparteien von Grünen und FDP fürchten, dass es bald eine Pflicht zum Verzehr von Schweinefleisch geben könnte. Das Handelsblatt zitiert FDP Parteichef Christian Lindner aus dem Internetdienst Twitter: „Erst #Veggieday, jetzt #Schweinefleischpflicht. Verrückte Idee: wie wäre es, wenn einfach jeder selbst entscheidet was er isst?“ (has)
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