Unmut

Viele Betriebe in Brandenburg machen dicht


Unter dem Motto „Brandenburg braucht seine Bauern!“ forderte Henrik Wendorff, Präsident des Bauernverbandes in Brandenburg, auf dem Landesbauerntag in Neubrandenburg die Politik zum aktiven Handeln auf. „Es kann doch nicht sein, dass Landwirte jeden Tag aufstehen, dafür sorgen dass alle zu gut zu essen haben und dafür jetzt noch Geld mitbringen und zusetzen müssen“, fasste er die derzeitige katastrophale Situation in der Tierhaltung, speziell bei den Milchbauern zusammen. Diese bekommen derzeit kaum 20 Cent für einen Liter Milch. Um eine schwarze Null zu schreiben, bräuchten sie etwa 35 ct/l Milch. Wie Wendorff vor kurzem gegenüber agrarzeitung.de mitteilte, hätten 2015 rund 40 Betriebe die Milchproduktion eingestellt. Bereits jetzt gibt es 9.000 Milchkühe weniger als vor einem Jahr.

Enttäuscht zeigte sich Wendorff von der Rede von Ministerpräsident Woidke (SPD). Er zeigte zwar großes Verständnis für die schlimme Situation, hatte jedoch auch keine wirklichen Lösungsansätze parat. Eine Prämie für das Abschlachten der Milchkühe wäre hier auch nicht der große Wurf. Landwirte berichteten, dass sie seit Wochen auf die Auszahlung der Gelder für die Kulturlandschaftspflege-Programme (KULAP) warten. Diese seien schon im Vorjahr erbracht worden. Wie schon bei den Direktzahlungen gibt es durch die Umstellung der GAP-Reform Verzögerungen im Ministerium und in der Verwaltung. (da)
stats