Bei fast jeder zweiten Biogasanlage (42 Prozent) wurden von den Kontrolleuren des Gewerbeaufsichtsamts bauliche oder genehmigungsrechtliche Mängel gefunden. Insgesamt seien 721 Anlagen überprüft worden, das sind über 85 Prozent aller Biogasanlagen im Südwesten, teilte das Umweltministerium mit.

Besonders häufig wurden von den Prüfern ungenehmigte bauliche oder leistungserhöhende Änderungen an den Anlagen und überfüllte, undichte oder fehlende Fahrsilos bemängelt. Hinsichtlich der Einhaltung wasserrechtlicher Anforderungen stellten die Prüfer der Gewerbeaufsicht bei jeder vierten überprüften Anlage offensichtliche Mängel fest. Zwei Drittel davon betrafen die Fahrsilos, bei denen das Risiko besteht, dass wassergefährdender Silagesickersaft austritt. Außerdem seien häufig Mängel bei der Entwässerung der Lager- und Betriebsflächen oder bei den Leckage-Erkennungseinrichtungen aufgetreten, so das Ministerium.

Beanstandungen habe es auch bei der Betriebssicherheit gegeben. So hatte fast jeder fünfte Betreiber versäumt, seine Anlage auf Explosionssicherheit prüfen zu lassen. Bei rund jeder siebten geprüften Anlage gab es zudem sicherheitsrelevante Schwachstellen, wie zum Beispiel die fehlende Dichtheitsprüfung von Rohrleitungen oder eine nicht funktionierende Gaswarnanlage.

Viele Betreiber seien offenbar mit der Vielzahl und der Komplexität der geltenden Vorschriften im  Umwelt- und Arbeitsschutz überfordert, erklärt Umweltminister Franz Untersteller zu den Ergebnissen der Überprüfungen: „Fehlende oder unzureichende Kenntnisse führen fast zwangsläufig zu Fehlern. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Anlagen prüfen. Und wir brauchen ein nachvollziehbareres Regelwerk“, fordert der Minister. (az)
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