Im Rückstand

Viele Länder ohne Klimaziele


Bisher haben 34 Staaten bei den Vereinten Nationen (UN) ihre Klimaziele bis zum Jahr 2030 eingereicht. Dabei ist Europa sehr gut aufgestellt. Doch von den insgesamt 193 UN-Staaten hat nur etwa jeder sechste ein derartiges Ziel gemeldet, zitiert das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz, die Ende November in Paris beginnt, will die Staatengemeinschaft ein internationales Klimaschutzabkommen verabschieden, das dem 2020 auslaufenden Kyoto-Abkommen folgen soll. Auch von den G7-Staaten haben nicht alle ein Klimaziel formuliert.

Wie Hendricks im Bundestagsausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit erklärte, seien unter den 34 Staaten alle 28 EU-Mitgliedstaaten sowie unter anderem die USA, Russland, Mexiko und Gabun zu finden. Von den zehn größten Kohlendioxid-Emittenten der Welt sind damit China (Nr. 1), Indien (Nr. 3), Japan (Nr. 5), Südkorea (Nr. 7), Saudi-Arabien (Nr. 8), Iran (Nr. 9) und Kanada (Nr. 10) noch ohne Klimaziel.

Laut IWR habe die EU fristgemäß ihren Beitrag zum UN-Klimagipfel Ende des Jahres in Paris gemeldet. Auch die G7-Staaten Japan und Kanada hätten bislang keine Ziele vorgelegt. Die Bundesregierung werde sich laut Hendricks daher dafür einsetzen, dass beide Länder dies spätestens bis zum G7-Gipfel, der Anfang Juni auf Schloss Elmau in Bayern stattfinden soll, tun. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe bereits angekündigt, dass sie den Gipfel für starke Klimasignale nutzen wolle. (Sz)
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