Bis zum Jahr 2050 wird sich der Nahrungsbedarf weltweit verdoppeln und der Anteil an tierischen Produkten stark zunehmen. Für diese Prognose haben die Forscher am PIK nun ein umfangreiches Rechenmodell entwickelt, da ihnen die bisherigen Prognosen zu ungenau erschienen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in einer interaktiven Online-Anwendung visualisiert, mit der die künftige Nachfrage nach pflanzlichen und tierischen Produkten pro Kopf und Tag für die jeweiligen Kontinente erkundet werden kann.

„Langzeitvorhersagen des globalen Nahrungsmittelbedarfs sind immens wichtig, wenn es um globale Nahrungssicherheit, um die Ernährungsweise der Menschen oder um Umweltbelastungen wie die landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen geht“, erklärt die Leitautorin Susanne Rolinski den Anlass für die Rechenmodelle. „Unsere Studie liefert erstmals eine statistisch robuste Methode, mit der eine Spannbreite möglicher Zukunftspfade für die Entwicklung des Nahrungsmittelbedarfs erstellt werden kann.“ In der frei zugänglichen Publikation im Journal PLOS One wenden die Wissenschaftler ihre neue Methode exemplarisch für vier anerkannte globale sozio-ökonomische Entwicklungsszenarien des Weltklimarats (SRES Szenarien) an. Die Methode könne jedoch ohne weiteres auf andere und kommende Szenarien angewendet werden.

„Unsere Studie zeigt einerseits, dass in einigen Regionen, wie in Subsahara-Afrika, Unterernährung in den folgenden Jahrzehnten voraussichtlich fortbestehen wird und ein langfristiges Engagement erfordert. Andererseits zeigen unsere Ergebnisse aber auch die Notwendigkeit auf, in entwickelten Ländern zu einer gesunden Ernährung zurückzukehren, die sowohl Klima und Umwelt als auch der Gesundheit der Menschen zugutekommt“, so Ko-Autor Hermann Lotze-Campen, Leiter des PIK Forschungsbereichs Klimawirkung und Vulnerabilität. (brs)
stats