Niedersachsen

Vogelgrippe zeigt Spätfolgen


Der Verband Niedersächsische Geflügelwirtschaft (NGW), Oldenburg, fürchtet langfristige Wettbewerbsnachteile in Folge der Vogelgrippe. Besonders gegenüber den niederländischen oder belgischen Eierlieferanten bestehe ein entsprechendes Risiko, so der NGW-Vorsitzende Friedrich-Otto Ripke gegenüber agrarzeitung.de.

Denn die Niederlande könnten sich sehr rasch als dominierender Lieferant von Freilandeiern im deutschen Lebensmittelhandel etablieren, so Ripke weiter. Denn in den Niederlanden sei durch eine zentrale Entscheidung der Behörden die auch dort landesweit verhängte Aufstallungspflicht rechtzeitig vor Ablauf der 12-Wochenfrist am 8. Februar 2015 aufgehoben worden.

Nur Landkreise können Aufstallungspflicht aufheben

Die in Deutschland durch die Behörden der Landkreise für ihren Zuständigkeitsbereich angeordnete Aufstallungspflicht kann regulär auch nur durch die Landkreise wieder aufgehoben werden. Nur durch einen Erlass des Landwirtschaftsministeriums in Hannover könne eine zentral geltende Entscheidung getroffen werden. Daher appelliert die NGW sowohl an die Landkreise als auch das Ministerium, möglichst umgehend einen Weg zur zumindest kurzfristigen Unterbrechung der Aufstallungspflicht zu finden.

Denn im Anschluss an eine Unterbrechung könne wieder eine 12-Wochenfrist ohne negative Auswirkungen auf den Status der Freilandeier wirken. Nach ersten Informationen hat der Landkreis Rotenburg/Wümme bereits eine Aufhebung der Aufstallungspflicht veranlasst.

Rund 2 bis 2,5 Millionen Freiland-Legehennen in Niedersachsen sind in Folge der Vogelgrippe immer noch von einer gebietsbezogenen Aufstallungsverplichtung betroffen. Gilt diese Ende November 2014 verhängte Regelung länger als 12 Wochen, so dürfen die Eier anschließend nicht mehr als Freilandeier vermarktet werden, erläutert die NGW. Diese Frist läuft in den betroffenen Gebieten in den nächsten Tagen ab.
Danach müssten die bisher als "Freilandeier" klassifizierten Eier als Ware aus Bodenhaltung vermarktet werden, so die NGW. Für die Erzeuger würde dies erhebliche wirtschaftliche Verluste im hohen zweistelligen Prozentbereich bedeuten, so NGW-Vorsitzender Friedrich-Otto Ripke. (jst)


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