Lebensmittelstudie

Von der Küche ins Labor


Überwachungsbehörden und Produzenten untersuchen Lebensmittel regelmäßig auf ihre Schadstoffbelastung. Kaum bekannt ist dagegen, in welcher Menge Lebensmitteln nach ihrer Verarbeitung und Zubereitung Schadstoffe enthalten, also dann, wenn sie beim Konsumenten auf den Tisch kommen. Diese Wissenslücke möchte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nun schließen.

Risiken erkennen
Die Total-Diet-Studie (TDS) ist eine international anerkannte Methode, die ermittelt, in welchen Konzentrationen Stoffe durchschnittlich in verzehrfertigen Lebensmitteln enthalten sind. Die Ergebnisse dienen unter anderem als Grundlage, mögliche chronische Risiken durch stark belastete Lebensmittel zu erkennen. So lassen sich zum Beispiel Verzehrsempfehlungen für empfindliche Bevölkerungsgruppen oder hinsichtlich bestimmter Lebensmittel ableiten.
Die erste deutsche „Total-Diet-Studie“ läuft unter dem Namen BfR-MEAL-Studie (Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln). Dabei werden die fertigen Mahlzeiten auf Zusatzstoffe und Prozesskontaminanten, also auf Stoffe, die bei der Zubereitung entstehen, untersucht. Zu diesem Zweck werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BfR in den kommenden Jahren 50.000 bis 60.000 Lebensmittel im Einzelhandel einkaufen und in einer eigens dazu eingerichteten Küche zubereiten. Diese Proben werden anschließend in Laboren auf verschiedene Stoffgruppen analysiert, sowohl auf gesundheitlich nützliche als auch auf unerwünschte Stoffe.

Darüber hinaus werde auch untersucht, inwiefern sich die durchschnittliche Belastung mit Stoffen in einzelnen Lebensmitteln je nach Region, Saison oder Produktionsart (zum Beispiel nach biologischem oder konventionellem Anbau) unterscheidet, teilte das BfR mit. Erste Ergebnisse für einzelne Stoffgruppen liegen voraussichtlich im Jahr 2018 vor. (SB)
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