Bodenmarkt

Vorrang für aktive Landwirte

Eine Positionsbestimmung zu den Entwicklungen am landwirtschaftlichen Bodenmarkt hat der Deutsche Bauernverband (DBV) vorgenommen. In einer Analyse stellt der Verband fest, dass der ohnehin starke innerlandwirtschaftliche Wettbewerb um knappe Flächen durch externe Investoren noch verstärkt worden sei.

Schwierige Abgrenzung der Investoren

Am Flächenkauf interessiert seien eine wachsenden Zahl vermögender Privatleute sowie börsennotierten Aktiengesellschaften. Hinzu kämen Beteiligungsmodelle, die an die Fördermöglichkeiten des EEG anknüpfen. Die Grenzen zwischen „außerlandwirtschaftlichen" und „innerlandwirtschaftlichen" Investoren seien häufig schwierig zu ziehen, räumt der DBV ein. Schließlich werde der Flächenverlust durch Siedlung und Verkehr noch verschärft durch einen nach Ansicht des DBV „fachlich unnötigen" Naturschutzausgleich.

BVVG treibt zusätzlich die Preise

„Die Preise für Bodenerwerb und Neupachten sind aktuell in vielen Regionen auf ein Niveau gestiegen, welches von einer großen Zahl der Betriebe nicht mehr erwirtschaftet werden kann" stellt der DBV fest. In den ostdeutschen Ländern stuft er überdies das Verfahren der Bodenprivatisierung durch die BVVG als zusätzlich preistreibend ein.

Bund und Länder sollten Ziele konkretisieren

Deswegen fordert der DBV einen bodenpolitischen Vorrang für aktiv wirtschaftende Landwirte. Dies gelte grundsätzlich für alle Rechtsformen, in denen Eigentümer oder haftende Gesellschafter als Landwirte tätig sind, konkretisiert der Verband. Er fordert Bund und Länder auf, deutlicher als bisher ihre „bodenmarktpolitischen Zielsetzungen formulieren".  (db)
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