Vereinfachung

Vorschläge zum Greening enttäuschen


„Statt echte Vereinfachungen zu liefern, sollen einige Vorgaben jetzt sogar verschärft werden“, kritisierte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken. Die EU-Kommission hatte am Montag dem EU-Agrarministerrat Vorschläge zur Vereinfachung des Greening vorgelegt.

Bereits zu seinem Amtsantritt habe EU-Agrarkommissar Phil Hogan die Vereinfachung der EU-Agrarpolitik zu einem seiner Arbeitsschwerpunkte gemacht. Doch umso enttäuschender fielen jetzt seine Vorschläge aus, erklärte der DBV-Generalsekretär. Einige Vorschläge seien sogar kontraproduktiv, so zum Beispiel das generelle Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen. Damit werde das Ziel, mehr heimische Leguminosen anzubauen, konterkariert, so Krüsken. Ein weiteres Beispiel sei der Vorschlag, Brachflächen künftig in dem jeweiligen Kalenderjahr mindestens neun Monate stilllegen zu müssen. Dies würde Winterraps als Folgefrucht verhindern.

Krüsken verwies auf die Ergebnisse einer Befragung im Rahmen des jüngsten DBV-Konjunkturbarometers. Besondere Probleme hätten die Landwirte demnach mit Puffer-, Blüh- und Randstreifen beim Greening. In diesem Jahr hätten rund 20 Prozent der Landwirte solche Streifen mit ökologischem Mehrwert angelegt, während es ein Jahr zuvor noch 24 Prozent gewesen seien, so Krüsken. Viele Landwirte würden offenbar durch die Auflagen und die Sanktionsrisiken davon abgehalten, solche Streifen anzulegen. Das Beispiel zeige erneut, dass die Landwirte eine wirkliche Vereinfachung des Greening brauchten, um einen hohen Nutzen für Umwelt und Agro-Biodiversität zu erzielen. (mrs)
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